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HNO 27. März 2008

Unsichtbare Gehörhilfe

Der Trend ist mittlerweile unbestritten. Sollten elektronische High Tech-Produkte einst als Statussymbol nicht nur funktionieren, sondern auch optisch präsent sein, so wird heute das Gegenteil erstrebt. Klein, handlich und fast unsichtbar wünscht man sich heute die elektronischen Helferleins. Eine Strömung, die auch der HNO-Medizin zugute kommt.

 Hörgerät
Eine neue Hörhilfe aus den USA kann nun im Mittelohr/Schädelknochen unsichtbar versenkt werden.

Foto: Prof. Wolf-Dietrich Baumgartner

Die Wiener Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten konnte sich in den letzten Jahren immer wieder als hoch spezialisierte Einrichtung positionieren. Bereits vor zwei Jahren wurde im Wiener AKH erstmals ein neuartiges Hörgerät für Menschen mit kombinierten Hörstörungen eingesetzt. Dem damaligen Operateur, Prof. Dr. Wolf-Dietrich Baumgartner, gelang Mitte März dieses Jahres erneut ein richtungsweisender Eingriff. Er setzte einer 51-jährigen Patientin in einer dreistündigen Operation zum ersten Mal in Österreich ein vollimplantierbares Hörgerät ein.
Der eingepflanzte Apparat ist ein brandneues US-amerikanisches High Tech-Produkt der Firma Otologics, kostet um die 14.000 Euro und wird derzeit nur ausgesuchten Zentren anvertraut. Das Besondere: Sowohl das aktive Mittelohrimplantat als auch Mikrofon und Akku werden vollständig in das Mittelohr und in den Schädelknochen versenkt, sodass keine Geräteteile mehr außen am Körper liegen. Das Gerät ist trotzdem von außen steuerbar. Mithilfe einer Fernbedienung, die durch die Haut hindurch seinen Empfänger findet, kann das Implantat individuell angepasst werden. Die Lebensdauer des Akkus wird für etwa zehn bis 15 Jahre reichen.
Vor allem Patienten und Patientinnen mit speziellen Hörstörungen bzw. bislang inoperablen Mittelohrpathologien sollen von der Neueinführung profitieren. Aber auch Betroffenen, die aus medizinischen Gründen keine konventionellen Hörgeräte tragen können oder bei denen konventionelle Hörgeräte nicht ausreichen, könne man laut einer Aussendung des AKH Wien nun helfen.

Raoul Mazhar, Ärzte Woche 13/2008

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