zur Navigation zum Inhalt
 
HNO 17. Oktober 2007

Schnupfenvirus macht dick

Ein gewöhnliches Schnupfenvirus trägt offensichtlich dazu bei, dass immer mehr Menschen fettleibig werden. In einer epidemiologischen Studie zeigten amerikanische Forscher, dass stark übergewichtige Menschen eher mit dem Adenovirus 36 (Ad-36) infiziert sind als schlanke Personen. Weitere Studien ergaben, dass infizierte Tiere verstärkt Fett anhäuften.

„Wir behaupten nicht, dass ein Virus die einzige Ursache von Fettleibigkeit ist, aber unsere Studie liefert stärkere Hinweise darauf, dass Virusinfektionen an manchen Fällen von Fettleibigkeit beteiligt sind“, sagte Dr. Magdalena Pasarica von der Universität von Louisiana auf einer Tagung in Boston.
Die Forscherin hatte zuvor schon gezeigt, dass mit Ad-36 infizierte Tiere stärker dazu neigen, Fettpolster anzulegen. Auch eine Untersuchung an Menschen stärkt den Verdacht, dass das Virus sich auf das Körpergewicht auswirkt: In der Studie waren 30 Prozent der stark übergewichtigen Teilnehmer mit dem Virus infiziert, aber nur elf Prozent der schlanken Personen.
In einer neuen Studie gewannen die Forscher adulte Stammzellen aus Fettgewebe von Patienten, die sich Fett hatten absaugen lassen. Eine Hälfte der Stammzellen wurde dem Virus ausgesetzt. Nach einer Woche hatten sich diese infizierten Stammzellen zu Fettzellen entwickelt, die anderen, nicht infizierten Zellen dagegen nicht. Der dafür verantwortliche Mechanismus ist bislang nicht bekannt.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben