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HNO 1. Mai 2008

Ein Vorschlag für Leitlinien der Behandlung von Plattenepithelkarzinomen des oberen Aerodigestivtrak

Betrachtet man die historische Entwicklung der Behandlung von Kopf-Halstumoren, so ist anfänglich die Therapieentscheidung alleine in den Händen der behandelnden Organfachärzte (Hals-Nasen-Ohrenheilkunde sowie Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie) gelegen. Hierzu zählte auch die Entscheidung, ob eine Operabilität gegeben ist oder eine primäre Strahlentherapie durchgeführt wurde. Nachdem die Chemotherapie Ende des vorigen Jahrhunderts neben der rein palliativen auch in der kurativen Therapie von Kopf-Halstumoren verankert wurde, haben sich interdisziplinäre Gremien ("Tumorboards") etabliert, in denen die Organfächer gemeinsam mit Vertretern der Radioonkologie und der medizinischen Onkologie Therapieentscheidungen treffen. Weiters hat die zunehmend bedeutendere Rolle der Chemotherapie im kurativen Therapieansatz in den letzten 15 Jahren zu einer deutlichen Zunahme von klinischen Studien bei Kopf-Halstumoren geführt. Die interdisziplinäre Therapieentscheidung kann naturgemäß nur von dem zu diesem Zeitpunkt vorliegenden Wissensstand abhängig sein und orientiert sich an einer für das jeweilige Tumorstadium empfohlenen "Standardtherapie". Gerade im oberen Aerodigestivtrakt ergeben sich auf Grund der verschiedenen Primärlokalisationen (Mundhöhle, Oro-, Hypopharynx oder Larynx) und des unterschiedlichen Lymphknotenbefalls durchaus differenzierte therapeutische Vorgangsweisen. Eine Möglichkeit, diese Therapiepfade übersichtlich darzustellen und einer breiten Kollegenschaft nahe zu bringen, besteht in der Erarbeitung von sogenannten "Leitlinien" [1]. Viele medizinische Fachgesellschaften und Organisationen in Österreich befassen sich zur Zeit mit der Formulierung und Definition von Leitlinien, um eine möglichst hohe Qualität des ärztlichen Handelns und der Versorgung jedes einzelnen Patienten zu gewährleisten. Unter Leitlinien sind Handlungsempfehlungen zu verstehen, die bestimmte Handlungsspielräume zulassen und einen Konsensus der wissenschaftlich ausgerichteten Medizin darstellen. Sie sind zwar prinzipiell verbindlich, doch darf (und muss sogar) in begründeten Ausnahmen davon abgewichen werden. Die folgende Zusammenstellung soll eine Grundlage für die Erarbeitung von Leitlinien in der Therapie von Kopf-Halstumoren in Österreich darstellen. Sie wurde unter Mitarbeit von HNO-Fachärzten, Medizinischen Onkologen und Radioonkologen aus ganz Österreich formuliert. Von Vorteil war sicherlich, dass einige ausländische Fachgesellschaften bereits "Guidelines" ausgearbeitet haben, auf die zurückgegriffen werden konnte [2, 3]. Da Leitlinien etwas Dynamisches sind und dem jeweiligen Stand des Wissens und der Forschung angepasst werden sollten, sind sie heute häufig nur mehr über Homepages abrufbar. Am Ende dieses Artikels sind daher auch Verweise auf entsprechende Seiten im Internet angegeben.

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