zur Navigation zum Inhalt
 
HNO 1. Mai 2008

Nachsorge bei Kopf-Hals-Karzinomen

In der Nachbehandlung von Kopf- Hals Tumorpatienten stellen sich grundsätzliche Fragen: Gibt es eine Chance, ein Tumorrezidiv oder ein Zweitmalignom rechtzeitig genug zu entdecken, dass es für den Patienten eine reelle Möglichkeit auf Heilung oder zu mindest ein besseres Überleben gibt? Welche Mittel sind dann hierfür notwendig? Rechtfertigt der Aufwand die Mittel? Dieser Artikel erstellt Empfehlungen für eine qualitative und auch zeitliche Basis in der Tumornachsorge oben genannter Patienten. Die Tumornachsorge beinhaltet weiterhin die Themen der Stimm- und Schluckrehabilitation, sowie die psychosoziale Reintegration der Patienten. Möglichkeiten zur Stimm- und Schluckrehabilitation sollten in der Nachsorgeinstitution standardmäßig gegeben sein. Die Zusammenfassung der Literatur zeigt, dass die Nachsorge primär an die klinische Untersuchung und die sorgfältige Erhebung der letzten Anamnese gebunden sein sollte. Da die meisten Rezidive innerhalb der ersten zwei Jahre vorkommen, lautet die Empfehlung, alle zwei Monate eine klinische Kontrolle durchzuführen, wobei diese zwei Monate Risiko-adaptiert verkürzt oder auch ausgeweitet werden können. Bis jetzt gibt es keine Evidenz, dass aufwändige Untersuchungsverfahren wie Panendoskopien, Laborbestimmungen oder Schnittbildverfahren oder PET Untersuchungen beim klinisch symptomlosen Patienten von Nutzen sind. Bei Hochrisiko-Tumorpatienten werden die Intervalle entsprechend verkürzt. Zusätzliche Untersuchungen werden nur nach Bedarf durchgeführt. Es ergibt sich, dass die Einschätzung der klinischen Situation oft schwierig ist, damit auch die Indikation zu weiterführenden Untersuchungen eine erhöhte Verantwortung in sich birgt und somit eines erfahrenen HNO Onkologen mit entsprechend ausgerüsteter Institution bedarf.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben