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HNO 1. Mai 2008

Indikationen zur chirurgischen Therapie des Oropharynxkarzinoms

Die Therapie des Oropharynxkarzinoms ist traditionell eine Domäne der Strahlentherapie. Der Beitrag der Chirurgie liegt dabei vorwiegend in der Entfernung von Residuen bzw. Rezidiven. Je ausgeprägter die lokale Tiefeninfiltration oder die regionäre Metastasierung, umso höher wird bei gegebener Operabilität der Stellenwert einer Resektion im oft mutimodalen Therapiekonzept. Eine "Rettungschirurgie" bei Rezidiven radiochirurgisch behandelter Oropharynxkarzinome kommt allerdings nur einer Minderheit von Patienten zugute. Primär chirurgische Therapien sollten bei günstigen Rahmenbedingungen daher nicht außer Acht gelassen werden. Chirurgische Zugänge zum Oropharynx sind transoral, transmandibulär oder transzervikal. Eine primäre Resektion, meist mit postoperativer Bestrahlung, hat dort einen zunehmenden Stellenwert, wo sie die Morbidität reduziert, etwa bei weiterentwickelten transoralen Zugängen. Auch die klassischen Zugänge werden durch Mittellinien-Mandibulotomie, marginale Mandibulektomie, plastische Defektrekonstruktion, abgestufte Neck dissection (ND) und logopädische Rehabilitation besser vertragen. Die elektive ND wird selektiv (Levels II–III bis I–IV), die therapeutische ND radikal (modifiziert bei Knoten unter 3 cm) und die posttherapeutische ND individualisiert durchgeführt. Chirurgische Therapien bilden bei ausgewählten Formen des Oropharynxkarzinoms eine interessante Alternative zur Chemoradiotherapie und bei fortgeschrittenen Erkrankungen einen fakultativen, aber wesentlichen Bestandteil multimodaler Therapien.

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