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HNO 9. November 2005

Schnarcher mit Herzinsuffizienz: Doppelt gestraft

Schnarchen führt zu Übermüdung und kurzem Wegdösen am Tag, schlimmstenfalls am Steuer. Gefahr bringen auch die nächtlichen Atemaussetzer.

Ständiges nächtliches Atemaussetzen gemeinsam mit lautem unregelmäßigem Schnarchen sind die Symptome eines obstruktiven Schlaf-Apnoe-Syndroms (OSAS). Dabei kommt es durch Erschlaffen der Muskulatur im Rachenraum während des Schlafes zu einem Verschluss der oberen Atemwege und damit zu einer Unterbrechung der Atmung. Sie setzt erst wieder ein, wenn der Schlaf unterbrochen wird und somit die Erschlaffung der Muskulatur nachlässt. Während der Atemaussetzer ist die Belüftung der Lunge beeinträchtigt, der Sauerstoffgehalt im Blut sinkt rasant, und der Körper reagiert mit Weckreaktionen (Arousals). Diese haben eine Aktivierung des sympathischen Nervensystems zur Folge.

Folgen der Arousals

Das geschieht oft viele Male während der Nacht. Daraus resultieren Kopfschmerzen am anderen Morgen, Müdigkeit, sexuelle Funktionsstörungen, Bluthochdruck bis hin zu Herz-Kreislauf-Beschwerden. So wird bei Patienten mit Herzinsuffizienz vermehrt ein OSAS beobachtet: Etwa 40 Prozent dieser Patienten sind betroffen, wie eine Posterpräsentation auf dem Internisten-Kongress im April in Wiesbaden deutlich machte. Neuen Studien zufolge scheint sich das OSAS vor allem bei Patienten mit manifester Herzinsuffizienz besonders negativ auszuwirken (Dtsch Med Wochenschr 130, 2005, 468). Bei der OSAS werden unter anderem die Herzfrequenz, der arterielle Blutdruck und die Nachlast des Herzens erhöht sowie Entzündungsvorgänge induziert und Lymphozyten aktiviert. Diese Prozesse verstärken wiederum die kardiale Dysfunktion.

Vielfältige Therapie

Eine adäquate Therapie bei Pa-tienten mit OSAS basiert auf Allgemeinmaßnahmen, apparativen und operativen Verfahren. Die Betroffenen sollten vor allem regelmäßige Schlafzeiten einhalten, möglichst wenige Sedativa einnehmen und keinen Alkohol trinken. Um bei adipösen Patienten die Fettvermehrung im Pharynx bereich zu reduzieren, die zu einer Obstruktion führen kann, ist eine Gewichtsnormalisierung anzustreben. Als Standardtherapie gilt die nächtliche kontinuierliche Überdrucktherapie (CPAP). Sie verhindert das Kollabieren der Atemwege, indem über eine Nasenmaske ein positiver Druck von fünf bis 15 mbar aufgebaut wird. So beseitigt diese Behandlung unter anderem die nächtliche Sauerstoffentsättigung und die Weckreaktionen. Die Therapie wird im Schlaflabor unter polysomnographischer Kontrolle angepasst. Bei weniger als zehn Prozent der Betroffenen ist die CPAP nicht wirksam. Hier werden andere Formen der nasalen Ventilation eingesetzt. Prothetische Verfahren mittels maßgefertigter Unterkieferprotrusionsschiene sind bei leichtgradigen Formen der OSAS Erfolg versprechend (Weißbuch Lunge 2005). Bisher wurde die Schlafapnoe eher als ein Problem von über 50-jährigen Männern angesehen. Eine aktuelle Studie belegt jedoch, dass Männer unter 30 Jahren mit Schlafapnoe eine im Vergleich zur Durchschnittsbevölkerung deutlich erhöhte Gesamtsterblichkeits-Rate haben (Eur Respir J 25, 2005, 514). Die Diagnostik bei Verdacht auf eine Schlafapnoe sollte daher möglichst früh erfolgen.

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