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HNO 19. September 2016

Spülen hat die Nase vorne

Rhinosinusitis. Nasenspülungen können bei einer chronischen Rhinosinusitis die Beschwerden reduzieren.

bs/ÄZ/PK. Das Spülen der Nase mit Kochsalzlösung ebenso wie das Inhalieren von Wasserdampf sind verbreitete Hausmittel bei chronischer oder wiederkehrender Rhinosinusitis. Eine evidenzbasierte Empfehlung lässt sich laut einer großen Vergleichsstudie aber nur für die Nasendusche aussprechen. Sie bewirkte immerhin eine moderate Verbesserung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität.

An der randomisierten kontrollierten Studie beteiligten sich 871 Erwachsene mit chronischer oder rezidivierender Rhinosinusitis und einem mittelschweren bis schweren Einfluss von Sinussymptomen auf die Lebensqualität. Die Probanden wurden in vier Gruppen unterteilt und von ihrem Hausarzt dahingehend beraten, entweder: sechs Monate lang täglich entweder die Nase mit 150 ml 2 %-iger Kochsalzlösung zu spülen, fünf Minuten lang unter einem Handtuch Wasserdampf zu inhalieren, beide Maßnahmen durchzuführen oder, im Fall der Kontrollgruppe, nichts zu machen ( Paul Little et al., CMAJ 2016, online 18. Juli ).

Primärer Studienendpunkt war die Veränderung im RSDI (Rhinosinusitis Disability Index)-Score, einem validierten Messinstrument für die gesundheitsbezogene Lebensqualität bei Rhinosinusitis. Der RSDI-Rückgang war mit Nasendusche signifikant häufiger als klinisch relevant einzustufen. Außerdem verwendeten weniger Patienten rezeptfreie Arzneimittel als ohne Nasendusche.

Die Inhalation von Wasserdampf war dagegen wirkungslos: Sie veränderte weder den RSDI-Score noch die genannten sekundären Erfolgsparameter.

bs/ÄZ/PK
, Ärzte Woche 38/2016

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