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HNO 29. August 2016

Ein kleiner Pollenwarndienst als globales Unikat

„Citizen Science“ ist ein neuer Wissenschaftstrend. Der Pollenwarndienst der MedUni Wien an der Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten ist dafür ein Paradebeispiel.

Bei Citizen Science handelt es sich um eine Arbeitsmethode in der Wissenschaft, mit der Projekte unter maßgeblicher Mithilfe von interessierten bzw. betroffenen Laien durchgeführt werden. Citizen Science basiert meistens auf mehreren Ebenen. Die einfachste Beteiligung ist das „Crowdsourcing“, hier stellen Menschen bestimmte Daten zur Verfügung, auf Ebene 2 geht es um „Verteilte Intelligenz“ (etwa Fotos von Fotofallen auswerten) und auf Ebene 3 („partizipative Wissenschaft“) wird die Bevölkerung bereits bei der Entwicklung der Frage- und Problemstellung und bei der Datensammlung eingebunden. Ein Extrembeispiel ist die Ebene 4, „Extreme Citizen Sciene“, die sich v. a. in der Astronomie oder Vogelkunde findet, da diese Bereiche eine lange Tradition an Laienforschung besitzen.

Auf Ebene 3 hat sich der heimische Pollenwarndienst der MedUni Wien ( www.pollenwarndienst.at ) unter der Leitung von Uwe E. Berger, MBA mit einem Pollentagebuch, das es seit 2009 gibt, eingeklinkt. Dieses Service für Pollenallergiker gibt es bereits für Betroffene in 13 europäischen Ländern: Österreich, Deutschland, Schweiz, Frankreich, Großbritannien, Schweden, Finnland, Kroatien, Ungarn, Litauen, Serbien, Slowenien und in der Türkei mit mehr als 150.000 Nutzern in allen Ländern. Seit 2013 gibt es auch eine „Pollen-App“, die weltweit rund 320.000 Mal downgeloadet wurde. Die Website des Pollenwarndiensts wurde seit März 2012 von insgesamt rund 1,3 Millionen Menschen aufgerufen. Ganz wichtig ist bei Citizen Science die Sicherung der sensiblen Daten der teilnehmenden Bevölkerung, die auch nach strikten EU-Normen geregelt ist.

Link zu „Österreich forscht“ mit allen 30 Projekten: www.citizen-science.at

Menschen und Taten

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