zur Navigation zum Inhalt
 
HNO 11. April 2006

Ausflug in die Geschichte der Oto-Rhino-Laryngologie

In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts erreichte die Wiener Medizinische Schule auch im Bereich der Oto-Rhino-Laryngologie einen Höhepunkt. Zu Adam Politzer, dem Vorstand der 1873 neugegründeten Wiener Ohrenklinik und Begründer der klinischen Ohrenheilkunde, kamen Studenten und Ärzte aus der ganzen Welt. Politzer wurde zu Recht als "Lector mundi" bezeichnet.  Viktor von Urbantschitsch begann an der Allgemeinen Poliklinik in Wien mit seinen Hörübungen das Hörtraining und gilt als Vater der Audiologie. 

1875 führte Johann Kessel in Graz die erste Stapesmobilisation durch und wurde damit der Begründer der hörverbessernden Operationen. 1893 wurde in Graz von Johann Habermann, 1894 unter Georg Juffinger in Innsbruck eine Ohrenklinik geschaffen. 1914 erhielt Robert Barany für seine Vestibularforschung den Nobelpreis; in der Zwischenkriegszeit erreichte die Ohrchirurgie in Wien unter Heinrich Neumann ihren Höhepunkt. Während des 2. Weltkrieges wurde unter Siegfried Unterberger eine moderne Chemotherapie bei otogenen Komplikationen begonnen. Durch die Einführung des Kehlkopfspiegels in die Diagnostik im Jahr 1857 durch Ludwig Türck kann Wien als die Wiege der Laryngologie bezeichnet werden. 

1870 wurde Leopold Schrötter von Kristelli zum Vorstand der Laryngologischen Klinik in Wien, der ersten der Welt, ernannt. 1873 führte Theodor Billroth die erste Totalexstirpation des Kehlkopfes durch. Ottokar von Chiari baute die große Larynxchirurgie aus und führte Hypophysenoperationen transethmoidal durch.Mit der endonasalen Chirurgie beschäftigte sich Markus Hajek intensiv.

Quelle: "Geschichte der Oto-Rhino-Laryngologie", Brandstätter-Verlag

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben