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HNO 30. Juni 2005

Der große Irrtum vom "kleinen Fach"

Die Zeiten, in denen die HNOHeilkunde auf Mandelentfernungen und Ohrenspülungen reduziert wurde, sind vorbei. Das Fach hat sich in den vergangenen Jahrzehnten rasant entwickelt.  "In der HNO-Heilkunde wurde das Mikroskop erstmals für operative Eingriffe eingesetzt, später übernahmen andere Fächer, wie zum Beispiel die Neurochirurgie, mikroskopische Techniken", so Prof. Stammberger aus Graz, der mit seiner Abteilung auf dem Gebiet der Mikrochirurgie ganz "vorn dabei" ist.  Und lange bevor sich die Allgemeinchirurgen laparoskopische Techniken zu eigen machten, gehörte die Endoskopie in der HNO-Heilkunde zu den diagnostischen und operativen Routinemaßnahmen - also auch auf diesem Gebiet muss dem Fach eine Vorreiterrolle zugestanden werden! Die Mikrochirurgie des Ohres, des Kehlkopfes, seit einiger Zeit auch der Nasennebenhöhlen und der Schädelbasis, hat bedeutende Fortschritte gemacht.

"Die Vielseitigkeit und die zahlreichen Facetten der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde reichen von der Chirurgie peripherer Gesichtsnerven bis hin zu komplexen Eingriffen an der Schädelbasis, von Cochleaimplantaten, implantierbaren Hörverstärkern bis hin zur Laseranwendung im Rahmen der Stapes-Chirurgie", beschreibt Stammberger anlässlich des 45. Österreichischen HNO-Kongresses in Graz.  Auch in der Tumorchirurgie tut sich einiges. Mikrochirurgische Techniken werden auch in der Behandlung von Hypopharynx- und Larynxkarzinomen eingesetzt und stehen heute neben den radikaleren bisherigen Operationstechniken.  Stammberger: "Auch in der Navigationschirurgie ist die HNO-Heilkunde führend, wir können im Gegensatz zu anderen Sparten bereits seit fünf Jahren im Bereich der vorderen und vermehrt auch der seitlichen Schädelbasis sowie den Nasennebenhöhlen mit hoher Genauigkeit und Verlässlichkeit operieren!" Fazit: Von einem "kleinen Fach" kann ganz und gar nicht die Rede sein!

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