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HNO 30. Juni 2005

Ficus benjamina war schuld

München. Sie verschönert Büros und Wohnungen, ist zudem pflegeleicht: die Birkenfeige, zu lateinisch Ficus benjamina. Für die Atopiker unter den Pflanzenliebhabern kann sie jedoch unangenehme Folgen haben: Das Gewächs ist ein bedeutsamer Allergenträger; sogar anaphylaktische Reaktionen sind möglich. Eine 32-jährige Frau litt seit zehn Jahren unter einer perennialen Rhinitis. Seit 17 Jahren hatte sie in ihrem Wohnzimmer zunächst eine, dann während der letzten Jahre drei Ficus-benjamina-Pflanzen gehegt und gepflegt.

Irgendwann bemerkte die Frau, dass sich, nachdem sie eine der Pflanzen berührt hatte, innerhalb von einigen Minuten Quaddeln an der Kontaktstelle auf der Haut bildeten. Nur einige Tage später entwickelte sie dann beim Staubsaugen die Symptome eines anaphylaktischen Schocks wie Rötung, Schwellung des Gesichtes, Hitzegefühl, Hustenreiz, Atemnot und generalisierte Urtikaria. Intuitiv verließ die Frau das Wohnzimmer und erholte sich über mehrere Stunden im Schlafzimmer bis zur Symptomfreiheit. Nachdem ein Bekannter die Zierpflanze weggebracht hatte, hörte bei der Frau die perenniale Rhinitis auf, und auch systemische anaphylaktische Reaktionen traten nicht mehr auf. Für perenniale, respiratorische, allergische Beschwerden bei Patienten sind nach den Allergenen von Hausstaubmilben und Tierepithelien die von Ficus benjamina die dritthäufigsten Auslöser - noch vor den Schimmelpilzallergenen!

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