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HNO 17. April 2012

Neuartiges Hörimplantat eingesetzt

Wiener HNO-Klinik versorgt Kind mit Knochenleitungsimplantat.

Ein Elfjähriger wurde an der Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten der MedUni im AKH Wien als erstes Kind weltweit mit einem neuen Knochenleitungsimplantat versorgt. Der Elfjährige besitzt keine Ohrmuscheln und hatte bisher über ein Stirnband mit einem externen Knochenleitungshörgerät gehört.

Mittels hochauflösender CT wurde unter Leitung von Klinikvorstand Prof. Dr. Wolfgang Gstöttner ein 3D-Modell des Schädels des Buben erstellt. Damit wurde der Ort in Ohrnähe definiert, an der Prof. Dr. Wolf-Dieter Baumgartner in einer knapp einstündigen Operation das Knochenleitungsimplantat einsetzte.

Bei dem Buben sind aufgrund einer Fehlbildung im Ohr die schwingenden Teile im Mittelohr wie Trommelfell, Hammer, Amboss und Steigbügel defekt. Dies führte zu einer mittelgradigen Schwerhörigkeit.Baumgartner: „Das neue Knochenleitungsimplantat ermöglicht eine Schallübertragung mittels Knochenleitung zum Innenohr.“

Das Besondere an diesem neuen Implantat ist, dass die akustischen Stimulatorelemente allesamt im Schädelknochen liegen. Dadurch ist auch die Operation einfacher und kürzer. Baumgartner: „Der Bub wird damit ein ganz normales akustisches Leben führen können. Das Implantat kann künftig auch bei Patienten, die „ausoperiert“ sind, wenn also die klassische Ohrchirurgie keine Ergebnisse mehr zeigt, verwendet werden.“ Das gilt unter anderem für Personen mit chronischer Mittelohrentzündung.

Das neue Knochenleitungsimplantat eignet sich generell für Patienten, die unter einer Schallleitungsschwerhörigkeit, einseitiger Taubheit oder an Fehlbildungen des Ohres leiden. Rund 80 Personen in Österreich, 40 davon in Wien, kämen jährlich für ein solches Implantat in Frage, schätzt Baumgartner.

MedUni Wien/IS , Ärzte Woche 16 /2012

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