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HNO 19. Oktober 2011

Musik gegen quälende Ohrgeräusche

Studienergebnisse über die Langzeitwirkung der Neuro-Musiktherapie bei Tinnitus.

Studienergebnisse des Viktor Dulger Forschungsinstituts am Deutschen Zentrum für Musiktherapieforschung belegen einen dauerhaften Therapieerfolg bei 75 Prozent der behandelten Patienten mit chronischem Tinnitus.

 

Mehr als vier Prozent aller Menschen leiden an Tinnitus. Die therapeutische Behandlungssituation war bisher unbefriedigend. Denn sobald die Ohrgeräusche das akute Stadium überdauern, werden viele Patienten mit Aussagen „Damit muss man leben!“ konfrontiert.

Das Viktor Dulger Forschungsinstitut am Deutschen Zentrum für Musiktherapieforschung e.V. in Heidelberg hat eine vielversprechende und wissenschaftlich untermauerte Therapieform entwickelt. Seit 2006 werden dort in Kooperation mit der Hals-Nasen-Ohren-Klinik der Universität Heidelberg Tinnituspatienten neuro-musiktherapeutisch behandelt. Dieses Verfahren wurde unter anderem mit Hilfe bildgebender Verfahren wie der funktionellen Magnetresonanz-Tomographie (fMRT) überprüft.

Das Heidelberger Musiktherapiemanual für chronisch tonalen und nicht-tonalen Tinnitus ist entsprechend den aktuellen Erkenntnissen der Neurophysiologie und -psychologie multimodal aufgebaut. Das bedeutet, dass verschiedene, sich ergänzende und aufeinander aufbauende musik- und psychotherapeutische Behandlungselemente integriert werden. Ein zentrales Ziel der Therapie nach dem Heidelberger Modell ist nicht das Weghören, sondern – ganz im Gegenteil – die bewusste Auseinandersetzung mit den Ohrgeräuschen. Denn nur so kann in einem zweiten Schritt die aktive Steuerung und Kontrolle der Symptomatik seitens der Patienten erreicht werden.

Langzeitstudie erfolgreich

Mittlerweile wurden an der Tinnitusambulanz am DZM über 800 Patienten mit chronischem Tinnitus behandelt. Insgesamt zeigen etwa vier von fünf Patienten Patienten unmittelbar nach der Therapie eine deutliche Verbesserung ihrer Tinnitussymptomatik bis hin zum völligen Verschwinden der Ohrgeräusche. Um zu untersuchen, ob diese Therapieerfolge auch über längere Zeiträume hinweg stabil sind, wurde in den Jahren 2010 und 2011 eine Langzeitstudie durchgeführt, deren Ergebnisse jetzt vorliegen. Dabei wurden 206 ehemalige Patienten untersucht, die zwischen 2004 und 2009 in Heidelberg waren.

 

Die Ergebnisse:

  • Die Nachuntersuchungsspanne liegt bei bis sechs Jahren (Durchschnitt 2,65 Jahre).
  • Bei 76 Prozent aller behandelten Tinnituspatienten hat sich die Tinnitusbelastung (gemessen mit dem Tinnitusfragebogen nach Goebel und Hiller) durch die Therapie deutlich und nachhaltig reduziert.
  • Diese dauerhaften Therapieerfolge sind unabhängig davon, wie lange die Krankheitsdauer vor Beginn der Therapie bestand oder welche Klangqualität (Pfeifen oder Rauschen) die Ohrgeräusche hatten.
  • 87 Prozent aller behandelten Patienten sind mit der Therapie sehr zufrieden.
  • 71 Prozent aller behandelten Patienten benötigten nach der Heidelberger Musiktherapie keine weitere Tinnitusbehandlung mehr.

Die Musiktherapie nach dem Heidelberger Modell hat sich demnach als ein sehr wirksames und nachhaltiges Verfahren zur Behandlung des chronischen Tinnitus erwiesen.

 Deutsches Zentrum für Musiktherapieforschung (Viktor Dulger Institut) DZM e.V. http://www.dzm-heidelberg.de/

 

Quelle: Presseaussendung des Deutschen Zentrums für Musiktherapieforschung, DZM e.V.

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