zur Navigation zum Inhalt
Foto: HNO-Heilkunde
Die Autoren Dr. Piero Lercher, Prof. Dr. Boban M. Erovic, Prof. Dr. Matthäus Ch. Grasl, Prof. Dr. Dietmar Thurnher (v. l. n. r.) packten in ihr HNO-Heilkunde-Buch jede Menge kreative und didaktische Ideen für effektives Lernen.

 Oben: Untersuchung mit dem Kehlkopfspiegel: Fotos zeigen, welche Haltung der Arzt einnimmt. Im Spiegel bestens sichtbar: Epiglottis (Mitte) und Glottisebene (rechts).

 Unten: Kittenstabelle zu Halsschmerzen.

HNO-Heilkunde: Ein symptomorientiertes Lehrbuch Dietmar Thurnher, Matthäus Ch. Grasl, Boban M. Erovic, Piero Lercher 399 Seiten, € 49,95 Springer Verlag, Wien 2010 ISBN 9783211889848

 
HNO 2. März 2011

Lust am Lernen

Das neu im Verlag Springer-Wien erschienene symptomorientierte Lehrbuch der HNO-Heilkunde besticht durch Kreativität und didaktisches Konzept.

Das Zielpublikum für das Lehrbuch HNO-Heilkunde sind Studierende der Medizin wie auch Allgemeinmediziner, die sich rasch zu Symptomen aus dem Bereich der Otorhinolaryngologie informieren wollen. Das Buch erleichtert die Orientierung beim Lernen und Nachschlagen durch kreative mnemotechnische und grafische Elemente.

 

Die HNO wird wohl zum Lieblingsfach der Medizinstudierenden werden. Denn wo findet sich sonst ein solch lernoptimiertes Buch wie die HNO-Heilkunde?

„Ich habe ein Repetitorium gehalten, das in kurzer Zeit die wichtigsten Inhalte für die HNO-Prüfung vermittelt hat“, erzählt Prof. Dr. Dietmar Thurnher, HNO-Arzt an der Wiener Uniklinik. „Diese Lehrveranstaltung war symptomorientiert und ist sehr gut angekommen.“ Später lernte Thurnher bei einem Seminar Dr. Piero Lercher kennen. Der Präventiv- und Sportmediziner stellte bei einer Übung zum Präsentieren seine Cartoons vor. Thurnher: „Damals ist die Idee zum Buch entstanden.“

Nun liegt es druckfrisch vor, witzige Cartoons aus der Feder des Künstlers Lercher machen Lust aufs Weiterblättern und Lernen. Auch aus den anatomisch korrekten Darstellungen der Organe lugen witzige Gesichter hervor, man ertappt sich dabei, gezielt nach ihnen zu suchen.

Die 30 häufigsten Leitsymptome führen in die HNO-Heilkunde hinein. Das Buch ist symptomorientiert aufgebaut und unterstützt das im aktuellen Medizincurriculum vorgesehene Problemorientierte Lernen (POL). 30 Symptome, das klingt nicht nach viel, aber sogenannte Mindmaps führen in erstaunliche Tiefen der HNO-Heilkunde. Lercher betont: „Die Mindmaps umfassen jeweils zwei Seiten, sie beinhalten sehr viel Stoff. Der liegt dort reduziert vor, als Extrakt sozusagen.“

Die Struktur des Buchs erinnert an eigene Lernsituationen, als man sich aus komplizierten Büchern mühsam das Wesentliche herausschrieb. Die Idee zu den Kittens-Tabellen (siehe links unten) brachte Thurnher aus Kanada mit. Mit ihnen lassen sich die wichtigsten Differentialdiagnosen zu den Symptomen rasch erfassen. Das Wort „Kittens“ ist ein Akronym, das sich aus den Anfangsbuchstaben von „kongenital/iatrogen“, „infektiös/idiopathisch“, „Trauma/toxisch“, „Tumor/Neoplasie“, „endokrin/metabolisch“, „neurologisch“ und „systemisch“ zusammensetzt. Den üblichen Aufbau von Lehrbüchern haben die Autoren auf den Kopf gestellt. „Den Untersuchungsgang, Anatomie, Physiologie und eine Einführung in Allergie und Onkologie haben wir im Buch hinten platziert“, so Thurnher, „denn der Lernende will eigentlich immer mit den Krankheitsbildern anfangen und bei Bedarf im Anhang nachblättern."

Von Inge Smolek, Ärzte Woche 9 /2011

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben