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HNO 6. Oktober 2010

Besser befeuchten

Wert der Nasenspülbehandlung nach Operation der Nasennebenhöhlen bei chronisch hyperplastischer Rhinosinusitis.

Die Behandlung mit Nasenspülungen fördert die Schleimhautheilung und das Patientenbefinden. Eine an der MedUni Innsbruck durchgeführte Studie zeigte, dass Emser-Spülsalz gegenüber physiologischer Kochsalzlösung zu etwas besseren Ergebnissen führt.

Bei chronisch hyperplastischer Rhinosinusitis stehen unterschiedliche Therapieverfahren zur Verfügung. Initial ist ein konservativer Therapieversuch mit nasalen Steroiden indiziert. Bei Versagen kann eine systemische Antibiotikatherapie mit systemischer Kortisongabe kombiniert werden. Bei therapierefraktärer Rhinosinusitis besteht eine Indikation zur chirurgischen Behandlung.

Bis zur vollständigen postoperativen Rekonstitution der Nasenschleimhaut können mehrere Monate vergehen. Nasenspülbehandlungen verfolgen den Zweck, die Schleimhaut von Noxen zu befreien und akute Exazerbationen sowie Rezidive zu vermeiden.

Reinigender Effekt

Den wichtigsten Effekt der Nasenspülung stellt die mechanische Reinigung durch Aufweichen, Verflüssigen und Herausspülen von zähem verkrustetem Schleim dar. Dadurch wird die Schleimhaut von Zytokinen und Entzündungsmediatoren, Allergenen, Erregern und anderen Noxen dekontaminiert. Die Schwellung ist rückläufig, die Sekretionsleistung normalisiert sich.

Wie lange arbeitsunfähig?

In einer prospektiv kontrollierten, teils offenen, teils doppelblind randomisierten Studie wurden Patienten mit chronisch hyperplastischer Rhinosinusitis im ersten Jahr nach Nasennebenhöhlen-Operation (NNH-OP) mit und ohne Nasenspülbehandlungen untersucht. Als primäre Zielgröße galt die Anzahl von Arbeitsunfähigkeitstagen, als sekundäre Zielgröße die Schleimhautscores und subjektive Befindlichkeit. Die Untersuchungen wurden in sechs Zentren in drei Behandlungsarmen durchgeführt. Erster Behandlungsarm: ohne Spülung; zweiter Arm: Spülung mit natürlichem Emser Salz (hoher Gehalt an Hydrogencarbonationen) und dritter Arm: Spülung mit physiologischem Nasenspülsalz (Mineralstoffzusammensetzung dem Nasensekret sehr ähnlich) zweimal täglich.

Subjektives Befinden zählt

Insgesamt wurden in der ersten Studienphase 174 Patienten (ITT- Analyse: 158 Patienten) randomisiert, davon 57 Patienten ohne Nasenspülung, 59 Patienten mit Natürlichem Emser Salz und 58 Patienten mit physiologischem Nasenspülsalz.

Zwar konnte kein Unterschied bei den Arbeitsunfähigkeitstagen festgestellt werden, aber bei den Schleimhautscores und der subjektiven Befindlichkeit waren Spülbehandlungen signifikant überlegen. Der hohe therapeutische Wert einer postoperativen Nasenspülbehandlung konnte bestätigt werden.

 

Dr. Elisabeth Constanze Blassnigg Department Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde und Hör-, Stimm- und Sprachstörungen, Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, MedUni Innsbruck

 

Dr. Eva-Maria Karow arbeitet in Bad Ems, Dr. Diana Di Dio an der HNO-Klinik in Ulm (beides Deutschland) und Dr. Christine Weimershaus an der HNO-Klinik in Innsbruck. Prof. Dr. Herbert Riechelmann ist Direktor der Universitäts-HNO-Klinik der MedUni Innsbruck.

Von Dr. Elisabeth-Constanze Blassnigg, Dr. Eva-Maria Karow, Dr. Diana DiDio, Dr. Christine Weimershaus und Prof. Dr. Herbert Riechelmann, Ärzte Woche 40 /2010

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