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HNO 6. Oktober 2010

HNO im neuen Curriculum

Lehre auf der Uniklinik oder in externen Lehrkrankenhäusern.

Im Jahr 2002 wurde das mehr als 100 Jahre alte Curriculum (Rigorosenordnung) von dem neuen Medizin Curriculum Wien (MCW) abgelöst. Dabei wird im neuen Studienplan das Prinzip des integrierten und problemorientierten Lernens angewendet.

 

Das Diplomstudium der Human- als auch der Zahnmedizin wurde völlig neu strukturiert. Die Studierenden bekommen bereits ab dem dritten Semester medizinische Grundfertigkeiten vermittelt. Fächer wie Anatomie, Pharmakologie oder Pathologie werden nicht mehr wie früher als eigenes Fach im Gesamten unterrichtet, sondern werden themenbezogen integriert. Laufend werden in parallelen Lehrveranstaltungen medizinische Fertigkeiten vermittelt, die im klinischen dritten Studienabschnitt vertieft werden. Die Studierenden erwerben neben intellektuellen und praktischen Fähigkeiten auch zwischenmenschlich-soziale Kompetenzen.

Das Studium ist in drei Studienabschnitte gegliedert, wobei der erste Abschnitt zwei Semester umfasst, der zweite sechs Semester und der dritte vier Semester. Das HNO-Fach ist vor allem im dritten Studienjahr im Themenblock „Haut und Sinnesorgane“ und im sechsten Studienjahr mit dem HNO-Halbtertial (= 2 ½ Wochen) vertreten. Der Vormittagsunterricht ist an der HNO-Universitätsklinik (etwa 50 % der Studierenden) oder an externen Lehrkrankenhäusern (KH Barmherzige Brüder, KH Hietzing, SMZ-Süd und Hanuschkrankenhaus) zu absolvieren.

Erste Erfahrungen

Die ersten Erfahrungen in der Umsetzung des neuen Curriculums zeigen positive Entwicklungen:

  • Wesentlich für die inhaltliche und organisatorische Durchführung der studentischen Lehre ist eine zentrale Person: an den externen Lehrkrankenhäusern der Abteilungsvorstand, an der MUW der Tertialkoordinator – ein intensiver Erfahrungsaustauch zwischen ihnen ist wichtig.
  • Die Akzeptanz der Studierenden beim Pflege- und ärztlichen Personal an den Abteilungen steigert sich, wenn es ihnen ermöglicht wird, sich in die alltägliche Routinearbeit einzubringen.
  • An den Lehrkrankenhäusern sind an einer Abteilung gleichzeitig nur fünf Studierende, an der MUW bis zu 30 zu betreuen. Daher müssen an der MUW stets alle zur Verfügung stehenden Lehrenden (Oberärzte, Assistenzärzte, Ärzte in fortgeschrittener Ausbildung) für die studentische Lehre herangezogen werden.
  • Eine besondere Motivation der Lehrenden an den Lehrkrankenhäusern durch den Abteilungsleiter ist notwendig, da eine direkte finanzielle Entlohnung nicht erfolgt. An der MUW ist die Lehrtätigkeit Teil der Dienstverpflichtung.
  • Die Steuerung der Lehr-/Lerninhalte erfolgt über ein Log-Buch, das vom Fachkoordinator an der MUW erstellt wurde und gegebenenfalls nach Rücksprache mit allen Leitern externer Lehrkrankenhäuser adaptiert wird.
  • Jedes Lernziel ist mit einem definierten Kompetenzniveau zu erreichen und wird mit Unterschrift bestätigt. Ergänzungen zu einzelnen Lernzielen des klinischen Unterrichts, der am Vormittag sowohl an der MUW als auch in den externen Lehrkrankenhäusern erfolgt, werden im Nachmittagsunterricht (in einem Seminar) geboten, sodass Lehrinhalte für Studierende an der MUW und an externen Lehrkrankenhäusern abgeglichen werden können.

Darüber hinaus induzierte auch der klinische Unterricht für Studierende an externen Lehrkrankenhäusern eine strukturierte Ausbildung für Turnusärzte.

 

Der Originalartikel ist nachzulesen im WMW Skriptum 8/2010.

 Springer-Verlag

Von Prof. Dr. Matthäus Ch. Grasl, Prof. DDr. Wolfgang Bigenzahn und Michael Hanisch, Ärzte Woche 40 /2010

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