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Fotos (2): Universitätsklinikum Freiburg, Unizentrum Naturheilkunde
Punktsuche auf dem Blasenmeridian: Der Hautwiderstand wird gemessen.

Elektrostimulation des Akupunkturpunktes.

 
HNO 23. Februar 2010

Augmentierte Akupunktur bei Heuschnupfen

Die Methode kombiniert die Vorteile der Elektrostimulation mit denen der Lokalanästhesie.

Die von Dr. Dusan Covic (ehemaliger Leiter der Abteilung für Anästhesie II Krankenhaus Konstanz, Deutschland) entwickelte augmentierte Akupunkturmethode wird als symptomatische Therapie bei dem ersten Auftreten von Beschwerden nur einmalig angewendet.

Der Patient erhält bei der augmentierten Akupunktur in Höhe des Dornfortsatzes des sechsten Halswirbelkörpers bis zum zweiten Brustwirbelkörper an nur zwei Akupunkturpunkten (auf gleicher Höhe je etwa 1,5 Zentimeter paravertebral) eine Quaddel mit einem Lokalanästhetikum (Mepivacain 1% 0,5 Milliliter) gesetzt.

Die Akupunkturpunkte werden vorher mittels Punktsuchgerät (Messung des elektrischen Hautwiderstandes) am Punkt des niedrigsten Hautwiderstandes lokalisiert. In den beiden Quaddeln wird je eine Akupunkturnadel einen Zentimeter tief in die Haut gestochen und dann mit einem elektrischen Akupunkturstimulationsgerät für eine Sekunde gereizt (acht Hertz, maximal zwölf Volt). Die Dauer der gesamten Behandlung liegt bei etwa 15 Minuten.

„Ausgeleiteter Wind“

Durch die lokale Anästhesie kann dieser Reiz das Zehnfache der bei einer Akupunktur üblichen Reizstärke erreichen, ohne schmerzhaft zu sein.

Die Stimulation durch Akupunktur selbst wird als nicht schmerzhafter Reiz über kleine myelinisierte primäre Afferenzen (A delta oder Gruppe III) in Haut und Muskel zur spinalen grauen Substanz weitergeleitet (Bowsher, D. 1998 Mechanism of acupuncture). Es wird erhofft, so eine Verstärkung des Akupunkturreizes und damit eine bessere „Ausleitung von Wind“ im Sinne der Traditionellen Chinesischen Medizin zu erreichen, also eine augmentierte Akupunktur.

Nach einer Untersuchung an unserem Institut 2003 gaben 64 Prozent der Patienten an, sie würden die Akupunkturbehandlung wiederholen, und 66 Prozent würden die Behandlung weiterempfehlen. In diesem Jahr wird eine Patientenumfrage durchgeführt werden.

 

Dr. Claudia Schultz ist am Universitätsklinikum Freiburg tätig (Institut für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene, Uni-Zentrum Naturheilkunde Umweltmedizinische Ambulanz).

Von Dr. Claudia Schultz, Ärzte Woche 08 /2010

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