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Foto: pixelio.de / Dieter Schütz
Mit Musik wird gegen Ohrensausen vorgegangen.
 
HNO 9. September 2009

Musik bei Rauschen im Ohr

Pilotstudie belegt Wirkung auch bei nicht-tonalem Tinnitus.

Mit einer Behandlungsdauer von nur fünf Tagen wurde bei 21 von 23 untersuchten Probanden eine zuverlässige Reduktion der Symptome erreicht.

 

Bei der Beschreibung der Symptome des chronischen Tinnitus werden grob die Kategorien „tonal“ (Pfeifen, Klingeln, Summen, Zirpen) und „nicht-tonal“ (Rauschen, Brummen, Surren, Knacken, Knistern, Rumpeln) unterschieden. Allerdings wird trotz Erfassung der Klangqualität in den gängigen Behandlungsmodellen des subjektiven, chronischen Tinnitus keine Unterscheidung nach der Klangqualität gemacht.

Für Patienten mit tonalem Tinnitus wurde durch eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe mit dem „Heidelberger Modell zur musiktherapeutischen Behandlung von chronisch-tonalem Tinnitus“ bereits ein wirksames und neurowissenschaftlich überprüftes Therapiemanual entwickelt. Bei rund 80 Prozent der 193 Patienten wurde eine deutliche Symptomverbesserung bzw.-auflösung. Dieser musiktherapeutische Ansatz wurde nun auf den Bereich des „Tinnitus-Rauschens“ ausgeweitet. In einer ersten Pilotstudie des Deutschen Zentrums für Musiktherapie (DZM) erreichten 21 der 23 untersuchten Probanden eine zuverlässige Reduktion der Symptome. Die Behandlungsdauer beträgt dabei fünf Tage. Der Behandlungserfolg bleibt auch über einen Zeitraum von sechs Monaten stabil.

Die Resultate der bildgebenden Verlaufsuntersuchungen zeigen neuroplastische Veränderungen der Gehirnstrukturen. Die aktive Auseinandersetzung mit dem Ohrgeräusch bringt eine neuroplastische Veränderung in diesen Strukturen mit sich.

Psychophysiologische Messungen geben Anhaltspunkte für kardiovaskuläre Einflüsse auf das Tinnitus-Rauschen. So hatten 43 Prozent der untersuchten Patienten erhöhte Blutdruckwerte. Die effektive Kontrolle von Puls- und Blutdruckschwankungen scheint eine wichtige Vorhersagekraft für die weitere Entwicklung der Tinnitussymptomatik zu haben: je besser die Patienten ihren Kreislauf in der Abschlussmessung beeinflussen konnten, desto geringer war die Belastung der Probanden nach sechs Monaten.

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