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Verkalkte Adern – entkalkte Knochen

Neue Forschungen haben Zusammenhänge zwischen Atherosklerose und Osteoporose entdeckt. Der Knochen lebt nicht von Kalzium und Vitamin D allein. Wieder spielen die Ernährung und der Lebensstil in der Prävention eine tragende Rolle.

„Der Lipidstoffwechsel beeinflusst auf molekularer Ebene auch den Knochenaufbau“, berichtete Prof. Dr. Barbara Obermayer-Pietsch von der Universitätsklinik für Innere Medizin am LKH Graz im Rahmen des 25. Ernährungskongresses der Diätologen Österreichs in Wien. „Klinische Studien mit lipidsenkenden Medikamenten haben diese Wechselwirkung bestätigt. Im Hinblick auf künftige Therapien müssen wir diesen Ergebnissen weiter nachgehen“, forderte die Internistin, die auch auf dem Gebiet der Endokrinologie und Nuklearmedizin arbeitet. Vor allem ältere Menschen würden vielfach sowohl an Arteriosklerose als auch an Osteoporose leiden.

Frauen besonders gefährdet

Für die Frau im Klimakterium kommt noch ein weiterer Faktor dazu. Während sie vor der Menopause vor Gefäßerkrankungen relativ geschützt ist, steigt durch das Absinken des Hormonspiegels sowohl die Gefahr einer Arteriosklerose als auch die einer Osteoporose. Man könne geradezu von einem „Unverhältnis“ zwischen verkalkten Gefäßen und entkalkten Knochen sprechen, so Obermayer-Pietsch.
Sowohl die Mineralisation des Knochens über die bekannten Calcium/Vitamin-D-Wechselwirkungen als auch eine adäquate Proteinzufuhr für die Bildung der Knochenmatrix sind für einen ausgeglichenen Stoffwechsel und eine Reduktion des Frakturrisikos wichtig.
Weniger bekannt ist jedoch die Bedeutung von weiteren Vitaminen und Zusatzstoffen wie etwa Vitamin A und Vitamin B12 oder Phytoöstrogenen. Besondere knochenprotektive Wirkung wird nach neuesten Forschungen Vitamin K zugeschrieben, welches vor allem in grünem Gemüse enthalten ist. Neu sind auch die Erkenntnisse über den Zusammenhang zwischen dem Säure-Basengleichgewicht und dem Knochenaufbau: Eine Übersäuerung des Körpers kann zu Osteoporose beitragen. Wichtig ist daher für die Diätologin Emma Brandtner vom Ernährungsmedizinischen Dienst der Universitätsklinik Graz eine knochenstärkende Ernährung – für die Prävention und Therapie. Dazu zählen vor allem fettarme Milchprodukte, Hartkäse, Fisch, grünes Gemüse sowie eingeschränkter Alkohol- und Zigarettenkonsum. Bis zu 50 Prozent der Frauen und immerhin 30 Prozent der Männer zählen zu den Risikopersonen für Knochenbrüche infolge von Osteopo­rose. Ein gesunder Lebensstil zusammen mit richtiger Ernährung und Bewegung könnten diese Risken deutlich senken, so Brandtner.

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