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Qualitätskriterien für Brustzentren

Das Netzwerk für Frauengesundheitszentren Österreichs appelliert in einem „Offenen Brief“ an die Mitglieder der Bundesgesundheitskommission, für eine nach internationalen Kriterien ausgerichtete Behandlungs- und Prozessqualität bei der Brustkrebsbehandlung zu sorgen. Die Ärzte Woche bringt das Schreiben im Wortlaut.

An die Mitglieder der Bundesgesundheitskommission.
Sehr geehrte Damen und Herren, wie wir wissen, ist Ihnen eine qualitativ hochwertige Versorgung von Frauen mit Brustkrebs in Österreich ein wichtiges Anliegen.
Deswegen möchten wir Sie mit diesem Brief darauf aufmerksam machen, dass wir es für zentral halten, die europäischen Anforderungen an Brustzentren der European Society of Mastology (EUSOMA) in den Österreichischen Strukturplan Gesundheit aufzunehmen. Als Netzwerk der österreichischen Frauengesundheitszentren empfehlen wir und ersuchen Sie, sich dafür einzusetzen, dass der Entwurf des Österreichischen Bundesinstituts für Gesundheitswesen (ÖBIG) auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung der Bundesgesundheitskommission gelangt und ihm in der vorgelegten Form zugestimmt wird.
Diese Kriterien sind europaweit einheitlich und enthalten im Interesse der betroffenen Frauen unter anderem Angaben zur Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität sowie Mindestzahlen pro Operateur bzw. Operateurin und Krankenhaus.
Diese Kriterien in den Österreichischen Strukturplan Gesundheit aufzunehmen ermöglicht, dass die gesundheitliche Versorgung von Frauen mit Brustkrebs bis 2015 in allen Bundesländern in Österreich konsequent an das Qualitätsniveau in Europa angepasst wird.
Die Einrichtung von Brustzentren nach EUSOMA-Kriterien muss unseres Erachtens genutzt werden, um Frauen die besten Heilungs- und Überlebenschancen bei einer Brustkrebs-Erkrankung zu garantieren und Qualität und Ergebnis der Patientinnenversorgung zu verbessern. Das Bestreben verschiedener Spitäler, sich als Brustzentren zu bezeichnen, ohne dass sie diese Anforderungen erfüllen, halten wir im Interesse der Frauen für nicht verantwortungsvoll. Auch ein Zusammenschluss verschiedener Spitäler, um gemeinsam die erforderlichen Operationszahlen zu erreichen, entspricht nicht den EUSOMA-Kriterien.
Mit freundlichen Grüßen, Sylvia Groth MAS, Geschäftsführerin Frauengesundheitszentrum, Graz, für das Netzwerk der österreichischen Frauengesundheitszentren.

www.fgz.co.at

Presseaussendung des Netzwerks der österreichischen Frauengesundheitszentren

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