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Gynäkologie und Geburtshilfe 22. November 2007

Zervixkarzinom und die Pille

Einnahme oraler Kontrazeptiva über einen Zeitraum von mehr als fünf Jahren verdoppelt das Risiko, an einem invasiven Zervixkarzinom zu erkranken. Nach Absetzen der Pille nimmt das Risiko progressiv ab, wie eine jüngst veröffentlichte Studie ergab (The Lancet 2007; 370:1609-1621). Die Metauntersuchung analysierte Daten aus 24 Studien mit insgesamt etwa 11.200 Patientinnen, welche ein Zervixkarzinom entwickelt hatten, und 35.500 Teilnehmerinnen in einer diesbezüglich tumorfreien Kontrollgruppe. Die Daten betreffend etwaige Verwendung von Kontrazeptiva wurden zum Auftreten von Zervixkarzinomen in Beziehung gesetzt. Das Ergebnis: Das Krebs-Erkrankungsrisiko nahm mit der Dauer der Einnahme zu. Jene Patientinnen, die während des jeweiligen Untersuchungszeitraums orale Kontrazeptiva einnahmen, wiesen das höchste Risiko auf – nach fünf oder mehr Jahren Anwendung betrug das relative Risiko in etwa 95 Prozent. Nach Absetzen der Kontrazeptiva wurde das Risiko mit der Zeit geringer. 10 Jahre nach Beendigung der Medikation war das Risiko wieder dem jener Frauen gleich, welche die Pille nie verwendet hatten.
Die Studienautoren veranschaulichen die Risikoerhöhung folgendermaßen: die Einnahme oraler Kontrazeptiva über einen Zeitraum von zehn Jahren, beispielsweise zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr, vermehrt die kumulative Inzidenz von Zervixkarzinomen im Alter von 50 Jahren von 3.8 auf 4.5 Fälle pro 1.000 Frauen.
Frauen, die orale Kontrazeptive verwenden, kommen eher in Kontakt mit HPV als Frauen, die Verhütungsmittel mit Barrierefunktion verwenden oder auf Geschlechtsverkehr verzichten, wie ein Editorial im Lancet bemerkt.

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