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Inkontinenzrisiko durch Eingriff verdoppelt

Unabhängig von der Operationstechnik verdoppelt Hysterektomie bei gutartigen Indikationen das Risiko für spätere Operationen auf Grund stressbedingter Inkontinenz. Daher sollten Frauen über die Risiken im Zusammenhang mit einer Hysterektomie aufgeklärt werden, fordert ein rezenter Artikel in der Zeitschrift Lancet (2007; 370: 1494). Dr. Daniel Altman von der Universitätsklinik Stockholm untersuchte mit seinen Kollegen das Schicksal von 165.260 schwedischen Frauen im Zeitraum zwischen 1973 und 2003, die eine Hysterektomie hinter sich hatten (Expositionsgruppe) und 479.506 Frauen ohne Hysterektomie (Kontrollgruppe). Die Daten wurden bezüglich Geburtsjahr und Wohngegend abgeglichen, die Häufigkeit von operativen Eingriffen zur Behebung stressbedingter Inkontinenz der beiden Gruppen dem Swedish Inpatient Registry entnommen.
Die Forscher fanden heraus, dass das Risiko eines entsprechenden Eingriffes bei der hysterektomierten Gruppe, unabhängig von der Operationstechnik, 2,4-mal so hoch lag wie in der Kontrollgruppe. Das höchste Gesamtrisiko bestand in den ersten fünf Jahren nach der Hysterektomie. In dieser Zeit benötigten die Patienten der Behandlungsgruppe mit 2,7-fach höherer Wahrscheinlichkeit eine Inkontinenzoperation als die Patienten der Kontrollgruppe. Zehn Jahre nach der Hysterektomie war das Risiko in der Behandlungsgruppe immer noch 2,1-mal so hoch.
Die Studienautoren um Altman: „Die biologisch plausibelste Erklärung für diesen Zusammenhang ist ein Operationstrauma, das entsteht, wenn Uterus und Cervix bei der Hysterektomie von den Geweben des Beckenbodens getrennt werden. Die Hysterektomie könnte den Mechanismus des Harnröhrenschließmuskels beeinflussen und zusätzlich zu Veränderungen des Stützgewebes von Harnröhre und Harnblasenansatz führen.“
Altman et al. führen weiter aus, dass Hysterektomien unabhängig von der Operationstechnik das Risiko für eine Operation auf Grund stressbedingter Inkontinenz erhöhen. Mütter vaginal geborener Mehrlinge hätten ein besonders hohes Risiko. Altman: „Unsere Ergebnisse haben im Hinblick auf die vielen Frauen, die sich auf Grund gutartiger Indikationen einer Hysterektomie unterziehen, wichtige Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit und klinische Anwendungen.“

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