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Fettreiche Kost erhöht das Brustkrebsrisiko

Epidemiologische Daten waren bisher widersprüchlich. Doch eine prospektive Kohortenstudie des amerikanischen Krebsinstituts hat nun gezeigt, dass Frauen ab einem gewissen Alter auf allzu viel fettes Essen besser verzichten sollten.

 Fetter Burger
Dass fettes Essen das Risiko, an Mammakarzinom zu erkranken, in die Höhe treibt, wurde bisher schlüssig nur im Tierversuch gezeigt. Jetzt gibt es auch harte Daten bei Menschen.

Foto: Buenos Dias/photos.com

Eine groß angelegte Studie des US-amerikanischen National Cancer Institute (NCI) scheint Beweise dafür zu liefern, dass eine sehr fettreiche Ernährung bei Frauen nach der Menopause das Brustkrebsrisiko erhöht. Versuche mit Tieren haben in der Vergangenheit bereits gezeigt, dass ein hoher Fettkonsum zu einem erhöhten Krebsrisiko führt. Epidemiologische Daten bei Menschen hatten jedoch bisher keine schlüssigen Ergebnisse gebracht. Details der Studie wurden Ende März im Journal of the National Cancer Institute veröffent­licht (J Natl Cancer Inst. 2007 Mar 21;99(6):451-62).

Fettart nicht ausschlaggebend

Die prospektive Kohortenstudie ermittelte in den Jahren 1995 und 1996 die Ernährungsgewohnheiten von 188.700 Frauen, die damals zwischen 50 und 71 Jahre alt waren. Alle hatten die Menopause bereits hinter sich. Sie wurden befragt, wie oft sie 124 verschiedene Lebensmittel zu sich nahmen. Die Bandbreite reichte dabei von nie bis zu sechs Mal am Tag. Zusätzlich wurde die konsumierte Menge ermittelt. Die Teilnehmerinnen wurden danach im Durchschnitt rund vier Jahre lang begleitet. Die Menge des konsumierten Fetts wurde als Prozentsatz der gesam­ten Energieaufnahme gemessen. Die Ergebnisse reichten von 20 Prozent bei dem Fünftel der Frauen, die am wenigsten Fett zu sich nahmen, bis zu 40 Prozent bei jenem Fünftel der Frauen, das am fettreichsten aß.
3.501 Frauen erkrankten während der Studie an Brustkrebs. Bei den Teilnehmerinnen, die sich am fettreichsten ernährten, trat Brustkrebs um elf Prozent häufiger auf, wobei es egal war, ob die Frauen gesättigte, ungesättigte oder mehrfach ungesättigte Fette zu sich nahmen. Die Berücksichtigung der familiären Krankheitsgeschichte bei Brustkrebs, Rauchen, der BMI oder der Alkoholkonsum beeinflusste die Ergebnisse nicht.
Die leitende Wissenschaftlerin Dr. Annie Thiebaut erklärte, dass mit der Studie ihrer Arbeitsgruppe ein direkter Zusammenhang zwischen der Menge des konsumierten Fetts und dem Brustkrebsrisiko gezeigt werden konnte.

Hormonproduktion erhöht

In anderen Untersuchungen sei das, so Thiebaut, vermutlich deshalb nicht gelungen, da keine der Teilnehmerinnen 20 oder weniger Prozent ihres Energiehaushalts über Fette abgedeckt habe. Sie gehe davon aus, dass Fett das Brustkrebsrisiko durch die Stimulierung der Hormonproduktion erhöht. Weitere Studien seien jedoch erforderlich, um die genaue Art des Risikos festzustellen. Im Editorial des gleichen Fachmagazins betonen Dr. Stephanie Smith-Warner und Dr. Meir Stampfer von der Harvard School of Public Health jedoch, dass es für die Prävention wichtiger sei, die Menge des Körperfetts zu berücksichtigen als den Fettkonsum.

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