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Äußere und innere Abbauprozesse

An der äußeren Hülle des Menschen macht sich die Zahl der Lebensjahre deutlich bemerkbar. Damit sind auch bestimmte Hautkrankheiten assoziiert.

Die Haut ist nicht nur das größte Organ. „Sie ist das beste Instrument, um Alterungsprozesse zu erforschen.“ Das postulierte der Dermatologe Prof. Dr. Christos Zouboulis, Chefarzt der Hautklinik in Dessau, beim ersten europäischen Anti-Aging-Kongress vergangenen Oktober in Wien.

Die Altersbeschleuniger

Bekannt ist, dass die Haut durch äußere Einflüsse schon frühzeitig altern kann. So können 60-Jährige um 15 Jahre jünger oder älter wirken, je nachdem, ob sie sich oft in der Sonne aufhalten und rauchen oder nicht – denn UV-Strahlen und Zigarettenrauch haben auf die verschiedenen Hautzellen und -moleküle die Wirkung eines Zeitraffers. Wenig beeinflussbar ist – wenigstens bisher – die intrinsische Hautalterung, jener Abbauprozess, der auch in anderen Organen stattfindet. Zurückzuführen ist dieser Abbau auf eine reduzierte Zellproliferation, auch werden immer weniger Matrixproteine synthetisiert. Diese Vorgänge setzen zwar schon relativ früh ein. Ohne die äußeren Faktoren Licht und Zigarettenrauch zeigen sie sich aber erst relativ spät. So wird bei einem Vergleich der sonnengeschützten Innenseiten der Oberarme von drei Personen im Alter von zehn, 45 und 70 Jahren deutlich, dass erst mit 70 eine eindeutige phänotypische Alterung erkennbar ist.

Andere Kollagenarchitektur

„Bis 45 gibt es dort keine dramatische Veränderung im dermalen Gewebe, es ist vielleicht ein bisschen dünner als zuvor“, erläuterte Zouboulis. Die sich manifestierenden Alterserscheinungen seien auf eine Destruktion und eine Änderung der Architektur der Kollagenfasern zurückzuführen. Zudem ändere sich auch der Elastingehalt.
„Wir haben In-vivo- und In-­vitro-Modelle entwickelt, die gut anwendbar sind, um darzustellen, wie die Haut altert, und gleichzeitig repräsentativ für den gesamten Organismus sind“, berichtete der Dermatologe. So hat sich gezeigt, dass das Hautkollagen parallel zur Knochendichte abnimmt. Und: Die Reduktion der Hautfunktionen geht auch mit verschiedenen Hautkrankheiten einher, beispielsweise dem bullösen Pemphigoid, der atrophischen Vulvovaginitis oder dem Herpes zoster. Das Melanom hingegen sei nicht unbedingt eine Erkrankung des Alters. „Die eindeutige Zunahme aller Tumore weist darauf hin“, so Zouboulis, „dass das geänderte Verhalten der Menschen in den letzten 50 Jahren eine Rolle in der Tumorentstehung gespielt hat.“

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