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Editorial: Die hormonelle Welt erholt sich langsam ...

Auch wenn die Hormonersatztherapie (HRT) bei einschlägigen medizinischen Veranstaltungen immer noch stark präsent ist, gewinnt man doch den Eindruck, dass die Thematik durch andere Perspektiven (individuelle HRT, Phytohormone) etwas in den Hintergrund gedrängt wird. Die Wogen, die das Erdbeben nach WHI und „One Million Women Study“ hinterlassen hat, glätten sich also langsam. Der Fokus des Hormonersatzes erweitert sich zunehmend auch durch den männlichen Part. Diskussionen über die Risiken oder auch positiven Wirkungen einer Testosterontherapie rücken ins Zentrum der Aufmerksamkeit. „Anti-Aging“ ist ein Thema, das beide Geschlechter in ihrer zweiten Lebenshälfte betrifft. Der Kongress „Menopause – Andropause – Anti-Aging“ gilt mittlerweile europaweit als die jährliche Standortbestimmung für diese umfassende Thematik. Ein Schlagwort, an dem wir in Zukunft nicht vorbeikommen werden, ist „Successful Aging“ – das bedeutet Gott sei Dank nicht, dass wir in Zukunft alle bis ins hohe Alter erfolgreich im Sinne von erwerbstätig sein müssen. „Successful“ steht auch für „glücklich, gelungen“ – und das klingt schon wesentlich erstrebenswerter. Schätzungen der WHO zufolge sind derzeit 180.000 Menschen über 100 Jahre alt. 2050 sollen es bereits drei Millionen sein. Das drastische Ansteigen der Alterspyramide bringt viele soziale Probleme mit sich. Um so mehr „müssen wir alles tun, dass die gewonnenen Lebensjahre mit Gesundheit und Lebensqualität erfüllt sind und die Menschen die zweite Lebenshälfte ähnlich aktiv erleben können wie die erste,“ nimmt Prof. DDr. Johannes Huber im vorliegenden Fokus zur Problematik des Alterns Stellung. Die Erhebung des genetischen Polymorphismus liefert hier Ansätze. Ebenso verknüpft mit dem Problem der steigenden Lebenserwartung ist der Trend in Richtung späte Schwangerschaft. Prof. Dr. Franz Fischl hinterfragt in seinem Fokus-Beitrag (Seite 36) sozialpolitische und biologische Aspekte.

Eine informative Lektüre wünschen Ihnen, liebe Leserinnen und Leser,
Dr. Myriam Hanna-Klinger, Stv. Chefredakteurin,
und das Redaktionsteam der ÄRZTE WOCHE

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