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Vorsicht ist angebracht

Verhütung. Zyklus-Apps für Smartphones sollen jungen Frauen helfen, ihre fruchtbaren Tage zu erkennen. Für die Planung einer Schwangerschaft können die Programme durchaus hilfreich sein, zur Empfängnisverhütung sollten bewährte Verhütungsarten bevorzugt werden.

Zyklus-Computer messen die Temperatur in der Scheide, andere erleichtern die Beurteilung des Zervikalschleims. Die Bestimmung der elektrischen Leitfähigkeit im Speichel oder die Menge an Kohlendioxid in der Atemluft liefern Hinweise für einen bevorstehenden Eisprung. „Die Interpretation der Daten ist für medizinische Laien jedoch schwierig und bei Zyklus-Unregelmäßigkeiten oder einer unsachgemäßen Bedienung sind die Zyklus-Computer nicht besser als ein normales Fieberthermometer, Bleistift und Kalender“, so Priv.-Doz. Dr. Vanadin Seifert-Klauss, Frauenklinik der TU München. Am besten evaluiert und am hilfreichsten sind nach Ansicht der Expertin noch Hormon-Computer, die mittels Teststreifen den Harn untersuchen. Zur Empfängnisverhütung könnten sie nur Frauen empfohlen werden, deren Zyklus und Lebensweise sehr regelmäßig ist.

Mit der App am Smartphone zum Wunschkind

Seit einiger Zeit sind Fertility-Apps auf dem Vormarsch. Ob sie tatsächlich halten, was sie versprechen, ist nach Einschätzung von Dr. Matthias Weber, Johannes Gutenberg-Universität Mainz und Mediensprecher der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) völlig unklar. Bei Kinderwunsch bestehen, so Weber, keine Einwände gegen die Apps. Das einzige Risiko bestehe darin, dass die Frau (vorerst) nicht schwanger werde.

Zur Verhütung sei die Sicherheit allerdings nicht ausreichend gewährleistet. Frauen, die die klassischen Verhütungsmethoden wie Kondom, Antibabypille oder Spirale vermeiden wollen, können jedoch auf die symptothermale Methode zurückgreifen, die drei Methoden kombiniert: Temperaturmessung, Zervikalschleimuntersuchung und Kalendermethode. Dafür ist aber eine entsprechende Schulung notwendig.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE)

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