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Gynäkologie und Geburtshilfe 21. September 2015

Enthaltsam fürs Kind

Gift wird über die Plazenta weitergeleitet.

Das Risiko durch Alkohol in der Schwangerschaft wird unterschätzt. Geschädigte Kinder sind oft ein Leben lang auf Hilfe angewiesen.

Viele Eltern unterschätzen nach wie vor die Risken durch Alkohol . Nach einer Umfrage des Berliner Insa-Instituts im Auftrag der Privaten Krankenversicherung (PKV) hält es gut jeder Vierte (28 Prozent) für unproblematisch, wenn Schwangere „gelegentlich ein Gläschen Bier oder Sekt“ trinken. Alkohol während der Schwangerschaft kann beim Ungeborenen zu schweren geistigen und körperlichen Schäden führen. Alkohol geht aus dem Blut über die Plazenta auf das ungeborene Kind über und könne beim Fötus schweren Schaden anrichten.

In Deutschland werden pro Jahr mindestens 2.000 Kinder mit sogenanntem „fetalem Alkoholsyndrom“ (FAS) geboren. Für viele Betroffene sind bereits Alltäglichkeiten eine große Herausforderung, Anziehen und Zähneputzen müssen jeden Tag aufs Neue gelernt werden. 10.000 weitere Kinder leiden unter weniger auffälligen fetalen Alkoholspektrum-Störungen (FASD). Aber auch sie sind meist ein Leben lang auf Hilfe angewiesen. Bezogen auf die 78.742 in Österreich lebend geborenen Kinder (2010) heißt das laut Zahlen der ARGE Suchtvorbeugung, dass 787 Neugeborene mit einer FASD-Problematik zur Welt kamen, zwischen 39 und 157 mit einem fetalen Alkoholsyndrom und rund 350 mit einem fetalen Alkoholeffekt.

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