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Muttermilch richtig gelagert

Frau H. hat einen vier Monate alten Säugling. Da sie im Betrieb ihres Mannes wieder stundenweise mitarbeiten möchte, ihr Baby aber weiter mit Muttermilch ernähren möchte, fragt sie: " Wie wird abgepumpte Milch am besten aufbewahrt?"
"Abgepumpte Muttermilch sollte so bald wie möglich gekühlt werden, wobei nach dem Abpumpen getrost weitergestillt werden kann", rät die Ernährungswissenschaftlerin Mag. Ingeborg Hanreich. "An der Rückwand, gegenüber des Lichtes, ist der kühlste Platz des Kühlschrankes, dort sollte die Milch aufbewahrt werden. Der Platz in der Tür wird bei jedem Öffnen des Kühlschrankes erwärmt."

Tiefkühlen bei mindestens minus 18 Grad

Pumpt eine Mutter innerhalb von 24 Stunden mehrmals ab, kann sie frische zu im Kühlschrank gelagerter Milch hinzugeben. Die gekühlte Milch solle möglichst innerhalb von zwei Tagen nach dem Abpumpen des ersten Teiles verwendet werden. Sie am 3. Tag zu verwenden, sollte laut Hanreich eine Ausnahme bleiben.
Ist eine längere Lagerung erforderlich, muss die Milch bei mindestens minus 18 Grad Celsius tiefgekühlt werden.
"Tiefgekühlte Muttermilch lässt sich drei Monate aufbewahren", so Hanreich. Es darf zu keiner Unterbrechung der Kühlkette kommen, daher ist es zu empfehlen, die Temperatur der Kühlgeräte regelmäßig zu kontrollieren. Glas- und Plastikflaschen eignen sich gleichermaßen zur Aufbewahrung.

Mikrowellengeräte zum Auftauen ungeeignet

Bevor man frische zu tiefgefrorener Milch gibt, sollte die Frischmilch eine halbe Stunde vorher im Kühlschrank aufbewahrt werden. Achtung - sofort wieder tiefkühlen, sonst kann es zum Antauen der obersten Schicht kommen. Tiefgekühlte Muttermilch kann auf mehrere Arten aufgetaut werden: in den Kühlschrank stellen, das dauert ungefähr 24 Stunden, bei Raumtemperatur (sofort nach dem Auftauen in den Kühlschrank stellen!) unter fließendes warmes Wasser halten oder in einem Wasserbad nicht über 37 Grad Celsius.

Mikrowellengeräte sind zum Auftauen oder Erwärmen von Muttermilch nicht geeignet, da die Erwärmung nicht gleichmäßig erfolgt und wertvolle Bestandteile der Milch zerstört werden, wenn die Temperatur stellenweise 55 Grad Celsius übersteigt. Einmal aufgetaute Muttermilch darf ungeöffnet im Kühlschrank noch 24 Stunden aufbewahrt, aber nicht wieder eingefroren werden. Nach dem Öffnen des Gefäßes muss aufgetaute Milch innerhalb von 12 Stunden verbraucht werden. Einmal erwärmte Reste müssen verworfen werden. Aufgetaute Muttermilch kann sich im Gegensatz zu homogenisierter Kuhmilch in eine wässrige und eine fetthaltige Phase trennen. Die Bestandteile vermischen sich durch vorsichtiges Schütteln wieder. Ein Einfrieren über drei Monate ist laut Hanreich aus mehreren Gründen nicht zu empfehlen: Die Milchzusammensetzung ändert sich auch mit dem Entwicklungsstand des Kindes, sodass längeres Aufbewahren nicht sinnvoll ist.

Auch sind die Veränderungen an Inhaltsstoffenim tiefgekühlten Zustand zwar langsamer, aber doch vorhanden. Bei Lebensmitteln gilt, dass Tiefkühllagerung etwas über einen Monat etwa einem Tag im Kühlschrank entspricht. Bei entsprechender hygienischer Behandlung bei Abpumpen und Lagerung ist ein routinemäßiges bakteriologisches Screening der Muttermilch für das eigene Kind in der Klinik unnötig. Die hier vorgestellten Regeln gelten nur für Muttermilch für den eigenen Säugling. Für Spenderinnenmilch gibt es besondere Empfehlungen. Hanreich: "Sie muss pasteurisiert werden, um eine mögliche Übertragung von Infektionen auszuschließen."

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