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Hausgeburt: Sicher für Mutter und Kind

Berlin. Bei Entbindungen außerhalb von Kliniken sind Mutter und Kind keinen deutlich höheren Risiken ausgesetzt. Zu dieser Zwischenbilanz kommt eine interdisziplinär angelegte Untersuchung, die am Berliner Zentrum für Public Health durchgeführt wird.

Damit würden auch internationale Studien bestätigt, nach denen bei Geburten außerhalb von Kliniken keine erhöhten Risiken bestehen. Die Untersuchung wird in Zusammenarbeit mit den Berliner Gynäkologen Prof. Heribert Kentenich (DRK- Kliniken) und Dr. Matthias David (Charité) durchgeführt. Die wissenschaftliche Erhebung soll zur Versachlichung der seit 20 Jahren bundesweit sehr kontrovers geführten Diskussion über die Gefahren von Entbindungen außerhalb von Kliniken beitragen.

Die auf drei Jahre angelegte Untersuchung erfasst in bundesweit etwa 60 Geburtshäusern die Rate der Verlegung und dokumentiert den Verlauf der Geburt, die Gründe für die Verlegung, den Transport in die Klinik und die Zusammenarbeit mit den Krankenhäusern. In Bayern und Berlin sind die beteiligten Kliniken in die Untersuchung einbezogen. Damit kann der Verlauf der Entbindung in den Kreißsälen verfolgt werden.

Eine bundesweite Einbeziehung aller Kliniken wäre zu aufwendig geworden, berichtet Dr. Giselind Berg, Projektleiterin an der Technischen Universität Berlin. "Mit der Auswahl von Bayern und Berlin wollten wir bewusst Erfahrungen in einem Stadtstaat und einem Flächenland sammeln." Die Fragebögen wurden gemeinsam mit den Geburtshäusern, Hebammen, Ärzten, Berufsverbänden und Kliniken entwickelt.

Obwohl die Erfassung noch bis August läuft, liegen bereits erste Zwischenergebnisse vor. "Wir können schon jetzt sagen, dass die Verlegungsrate nicht sehr hoch ist und die Gründe dafür meist wenig spektakulär sind", berichtet Projektmitarbeiterin Ines Werth. Zwar verlaufe nicht jede Verlegung "heiter", die meisten Fälle seien aber wenig spektakulär. Der Hauptgrund für die Verlegung sei die "stagnierende Geburt". Das A und O für eine sichere Entbindung außerhalb einer Klinik sei die sorgfältige Auswahl der Schwangeren durch die Geburtshäuser. "Ist ein bestimmtes Risiko für die Frau oder das Kind zu befürchten, verweist man die werdenden Mütter an eine Klinik und schließt eine potenzielle Gefahr im Vorfeld aus", sagte die Projektleiterin.

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