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Training der Scheide vor der Geburt

MÜNCHEN. Die Dehnfähigkeit der Scheide und des Scheidenausgangs können vor der Geburt mit einem aufblasbaren achtförmigen Ballon trainiert werden. Damit lässt sich die Rate der Dammschnitte sowie der Bedarf an Schmerzmitteln während der Geburt signifikant senken. In einer Pilotstudie mit 90 erstgebärenden Frauen ab der 38. Schwangerschaftswoche haben Dr. Anna Hillebrenner vom Klinikum rechts der Isar in München und ihre Kollegen belegt, dass fast jede zweite Frau, die mit dem Scheidendehner, dem Epi-No®, trainiert hatte, nach der Geburt einen intakten Damm hatte. Im Vergleich dazu hatten nur neun Prozent der Frauen, die nicht trainiert hatten, einen unverletzten Damm. Diese Ergebnisse der Studie veröffentlichten Hillebrenner und ihre Kollegen in der Zeitschrift für Geburtshilfe und Neonatologie. (Ausgabe 205, 2001, 12).

Der Scheidendehner besteht aus einem achtförmigen Ballon mit einem Manometer. Er wird zur Hälfte in die Scheide eingeführt und soweit aufgepumpt, wie es erträglich ist. Nach etwa zehn Minuten pressen die Frauen ihn heraus, ohne vorher die Luft abzulassen. Tag für Tag wird er mehr aufgepumpt, bis er die Größe des Kindskopfes hat. So wird der Gebärkanal schonend gedehnt.


Der Ballon wird halb in die Scheide eingeführt...


...und anschließend aufgepumpt.

Auch Babies profitieren: Apgar-Score ist besser

Doch nicht nur die Mütter, sondern auch die Neugeborenen profitieren von einem vorgedehnten Geburtskanal. Neugeborene von Frauen, die vor der Geburt den Scheidendehner benutzt hatten, wiesen einen signifikant besseren Apgar-Wert eine Minute nach der Geburt auf als Säuglinge aus der Vergleichsgruppe. Durch das Dehnungstraining sei der Geburtskanal auch bei Erstgebärenden so elastisch wie bei Frauen, die bereits geboren hätten, betont Hillebrenner. Das erleichtere die Geburt für Mütter und Kinder.

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