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Schwangere wollen gezielte Ernährungsberatung

Figurprobleme nach der Schwangerschaft sind für viele Frauen ein ernstes Thema, aber in der Arztpraxis ein offenbar wenig beachtetes.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Frauenärzten an der Universität Tübingen. Jede 10. zuvor normalgewichtige Frau ist ein Jahr nach der Entbindung übergewichtig oder adipös, ergab die Erhebung durch die Frauenärzte. Viele Befragte hätten sich mehr Beratung zur richtigen Ernährung und Gewichtsentwicklung in der Schwangerschaft gewünscht.

Was untersucht wurde

Für die Studie wurden 1.000 Frauen, die 2001 an der Uniklinik Tübingen entbunden haben, ein Jahr später zu ihrer Gewichtsentwicklung befragt; über 700 antworteten. „Ausgangsgewicht und Gewicht am Ende der Schwangerschaft werden zwar im Mutterpass dokumentiert, aber wie es nach zwölf Monaten aussieht, das wurde im deutschsprachigen Raum bisher nicht genau untersucht“, so Oberarzt Dr. Sven Becker aus Tübingen. Als wesentliches Ergebnis ist dabei herausgekommen, dass nur ein Drittel der Schwangeren in der Schwangerschaft im empfohlenen Bereich zugenommen hat. „Insgesamt haben wir zwar nicht feststellen können, dass die Frauen zwölf Monate nach der Geburt deutlich schwerer waren als vor der Schwan-gerschaft – durchschnittlich kam knapp ein Kilo dazu. Zudem waren die Gewichtsverläufe individuell recht unterschiedlich“, so Becker. Doch zumindest von den zuvor normalgewichtigen Frauen – und das waren die meisten – habe jede 10. Übergewicht entwickelt. Ein Drittel dieser Frauen hat in der Schwangerschaft zu viel zugenommen.

Eindeutige Risikofaktoren

„Bestehendes Übergewicht und mehr als 16 Kilo Gewichtszunahme waren eindeutige Risikofaktoren für Gewichtsprobleme noch ein Jahr nach der Schwangerschaft“, berichten Becker und seine Kollegen (Geburtsh Frauenheilk 2004, 64, 706). Frauen, die wieder zu arbeiten begonnen hatten, behielten hingegen selten ihre Schwangerschaftskilos. „Viele der befragten Frauen gaben an, sie hätten sich vom betreuenden Arzt mehr Beratung zur richtigen Gewichtsentwicklung gewünscht“, resümiert Becker. „Es halten sich auch hartnäckig Vorstellungen wie die, in der Schwangerschaft für zwei essen zu können.“ Viele Frauen seien zudem froh, in der Schwangerschaft das leidige Thema „Diät“ ignorieren zu dürfen. Dafür spreche auch, dass über die Hälfte gerade der schon vor der Schwangerschaft übergewichtigen Frauen – also derjenigen, die bereits Essprobleme haben – zu viel zugenommen habe. Vielleicht sollte daher das Thema Gewicht bei Schwangeren häufiger direkt angesprochen werden, regt Becker an, Infomaterial allein sei vermutlich zu wenig.

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