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Neuer Therapieansatz bei Brustkrebs

Frauen in der Menopause mit Brustkrebs im Frühstadium profitierten nach fünfjähriger postoperativer Hormontherapie mit Tamoxifen deutlich von einer erweiterten adjuvanten Behandlung mit dem Aromatasehemmer Letrozol.

Wie kürzlich im New England Journal of Medicine publiziert wurde, veranlassten Interimsergebnisse der weltweit durchgeführten, doppelblind randomisierten Brustkrebsstudie MA-17 den unabhängigen Datenüberwachungs-Ausschuss, die Untersuchung bereits nach zweieinhalb Jahren statt wie ursprünglich geplant nach fünf Jahren zu entblinden. Die Patienten des Kontrollarms sollten so die Möglichkeit bekommen von Placebo auf den Aromatasehemmer Letrozol (Femara®) zu wechseln.

Studie an etwa 5.200 Frauen

"Bisher gab es keine erprobte Post-Tamoxifen-Therapie, die dem weiterhin bestehenden, erheblichen Risiko eines erneuten Auftretens von Brustkrebs entgegenwirkte", sagte der Leiter der internationalen Studie Paul Goss, MD, Director of Breast Cancer Prevention and Research, Princess Margaret Hospital, Toronto, Canada. MA-17 mit nahezu 5.200 Frauen ist die erste Studie, in der die Wirksamkeit eines Aromatasehemmers in einem erweiterten adjuvanten Setting im Anschluss an eine fünfjährige postoperative Tamoxifen-Therapie untersucht wurde.
In dieser Zeit erhalten Frauen normalerweise trotz des nach wie vor bestehenden Risikos eines erneuten Auftretens von Brustkrebs keine medikamentöse Behandlung. Bei einer mittleren Nachbeobachtungzeit von 2,4 Jahren zeigten die Daten der Femara®-Gruppe im Vergleich zu Placebo eine 43-prozentige Reduktion des allgemeinen Risikos eines Wiederauftretens (P=0.00008) sowie eine wesentliche Reduktion (46 Prozent) des kontralateralen Auftretens von Krebs in der anderen Brust.

Krankheitsfreies Überleben

Die geschätzte absolute Verbesserung des krankheitsfreien Überlebens der Patientinnen, die Femara® nahmen, betrug sechs Prozent im Vergleich zu Placebo nach vier Jahren (Femara® 93 vs. Placebo 87 Prozent). Das krankheitsfreie Überleben wird definiert als die Zeit von der Randomisierung bis zum Zeitpunkt des ersten Wiederauftretens der primären Krankheit in der Brust (einschließlich kontralateraler Brust), Brustwand, in Knoten oder Metastasen. Gemäß den Ergebnissen der Early Breast Cancer Trialists’ Group, Oxford, UK, treten über 50 Prozent der Fälle von wiederkehrendem Brustkrebs bei Frauen später als fünf Jahre nach der Erstdiagnose auf. Bei Tamoxifen, welches das Risiko eines erneuten Auftretens von Brustkrebs durch eine postoperative Behandlung während der ersten fünf Jahre reduziert, zeigte sich, dass es danach keine Vorteile mehr bringt. Tamoxifen gilt bei postmenopausalen Frauen nach Brustkrebsoperation während der ersten fünf Behandlungsjahre als Goldstandard unter den Hormontherapien. "Mit dieser Studie sind wir einen Riesenschritt weiter gekommen, eine seit langem offene Frage in der Behandlung von Brustkrebs zu beantworten: nach der Möglichkeit, postmenopausale Frauen nach früher adjuvanter Therapie einer Brustkrebserkrankung vor dem weiter bestehenden Risiko des Wiederauftretens der Krebserkrankung zu schützen", so Diane Young, MD, Vice President, Global Head, Clinical Development, Novartis Oncology.

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