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Gynäkologie und Geburtshilfe 12. September 2014

Wechseljahre – viele Irrtümer

Früher oder später, mehr oder weniger sind alle Frauen davon betroffen.

Sowohl körperlich als auch psychisch erleben Frauen die Wechseljahre ganz unterschiedlich. Während die einen ganz neue Aktivitäten entwickeln, leiden die anderen massiv unter Hitzewallungen, Schweißausbrüchen, Reizbarkeit und Nervosität. Ratschläge, wie die Beschwerden gelindert werden können, gibt es viele. Nicht alles hilft.

Die Wechseljahre bezeichnen den Übergang von der Geschlechtsreife in das höhere Alter (Senium). Üblicherweise fangen sie um das 45. Lebensjahr herum an und dauern in etwa zehn Jahre. Allerdings ist heute auch ein deutlich späterer Beginn möglich. Während dieser Zeitspanne produzieren die Eierstöcke immer weniger weibliche Geschlechtshormone, vor allem sinkt die Konzentration an Ös-trogenen. Im Gegenzug wird mehr follikelstimulierndes Hormon hergestellt. Dieses Ungleichgewicht kann Beschwerden hervorrufen.

Am häufigsten treten schubartige Hitzewallungen auf, auch Schweißausbrüche, trockene Haut und Schleimhaut, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen können Folgen der veränderten Hormonsituation sein.

Einige Fakten - und Richtigstellungen zum Thema Wechseljahre:

Wechseljahre sind eine Krankheit

Falsch. Die Wechseljahre sind genau wie die Pubertät ein biologischer Lebensabschnitt der Frau und völlig natürlich. Je selbstverständlicher Frauen mit der Situation umgehen, desto weniger Probleme bereitet die Verschiebung des hormonellen Gleichgewichts.

Nur Hormonpräparate helfen

Nein. Zwar ist die Hormonersatztherapie sehr effektiv im Kampf gegen Wechseljahrbeschwerden. Eine langfristige Anwendung erhöht jedoch das Risiko von Herzinfarkt, Thrombosen und Brustkrebs. Die Behandlung mit synthetischen Hormonen sollte daher nur bei sehr starken Beschwerden und nach ausführlicher ärztlicher Nutzen-Risiko-Abwägung durchgeführt werden.

Pflanzliches wirkt nicht

Falsch. Denn bei leichten bis mittelschweren Symptomen können einige pflanzliche Präparate gute Dienste leisten. Die Verwendung von Sojaisoflavonen kann insbesondere bei stärkeren Beschwerden in Erwägung gezogen werden. Epidemiologische Untersuchungen zeigen, dass Frauen mit einer hohen Isoflavonzufuhr, z. B. Japanerinnen, selten unter klimakterischen Beschwerden wie Hitzewallungen leiden, während diese in westlichen Industrienationen verbreitet sind. Verschiedene Pflanzenwirkstoffe in Tablette- oder Kapselform oder auch als – regelmäßig zu trinkender – Tee können Schweißausbrüche und Schlafstörungen lindern.

In Kombination mit Johanniskrautextrakt können auch depressive Verstimmungszustände und psychovegetative Störungen wie Niedergeschlagenheit, innere Anspannung, Reizbarkeit, Konzentrationsschwäche, Schlaflosigkeit, Angst und/oder nervöse Unruhe gebessert werden.

 

Springermedizin.der, Apotheker Plus 7/2014

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