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In rauchfreier Umgebung ist nicht nur die Mutter, sondern auch das Ungeborene besser geschützt.
 

Länger im schützenden Bauch bei guter Luft

Metastudie zeigt: weniger Frühchen nach Einführung von Rauchverboten.

Seit der Einführung von Rauchverboten entwickeln nicht nur immer weniger Kinder Asthma, auch die Zahl der Neugeborenen, die zu früh oder viel zu klein auf die Welt kommen, ist, einer niederländischen Metaanalyse zufolge, die im Lancet publiziert wurde, in rauchfreier Umgebung signifikant niedriger.

Rauchverzicht nutzt nicht nur der Gesundheit der Raucher selbst. Immer mehr zeigt sich, dass auch diejenigen, die dem Rauch zuvor passiv ausgesetzt waren, gesundheitlich profitieren. Wo Rauchverbote und rauchfreie Zonen eingeführt werden, sinkt die Zahl der kardiovaskulären Ereignisse und Atemwegserkrankungen in der Gesamtbevölkerung. Bislang sind allerdings nur 16 Prozent der Menschen weltweit durch entsprechende gesetzliche Regelungen geschützt.

Unbelastete Luft

Wie sich die bessere Luft speziell auf die Gesundheit von Kindern auswirkt, wollten Jasper Been von der Maastricht University und Kollegen wissen.

Sie analysierten unter anderem den Einfluss von Rauchverboten auf 2,5 Millionen Neugeborene, indem sie die Daten aus elf Untersuchungen der Jahre 2008 bis 2013 Daten heranzogen. Eingeschlossen wurden Studien, die einen Zusammenhang zwischen der Einführung eines Rauchverbots am Arbeitsplatz und/oder an öffentlichen Orten und mindestens einem Aspekt der kindlichen Gesundheit untersucht hatten.

Weniger Frühgeburten

In drei von fünf Studien ergab sich eine signifikante Senkung der Frühgeburtenrate infolge der geringeren passiven Rauchexposition schwangerer Frauen nach einem Rauchverbot. In der Metaanalyse war das Rauchverbot mit einer signifikanten Reduktion der Frühgeburtenrate um 10,4 Prozent assoziiert. Eine von sechs Studien belegte zudem eine geringere Rate von Kindern mit niedrigem Geburtsgewicht. Dieser Befund erwies sich in der Metaanalyse allerdings als nicht signifikant.

Einzelne Vorteile des Rauchverbots zeigten sich auch bei extrem Frühgeborenen sowie bei Neugeborenen, die zu klein für das Gestationsalter waren, aber auch in diesen Punkten konnte in der Metaanalyse keine Signifikanz erreicht werden. Allerdings ergab sich eine signifikante Reduktion bei der Zahl der Kinder, die als „sehr klein für ihr Gestationsalter“ galten. Ihr Anteil sank nach dem Rauchverbot um 5,3 Prozent.

Präventionspotenzial

Angesichts dessen, dass weltweit mehr als elf Prozent aller Kinder zu früh geboren werden, steckt in den Ergebnissen von Been und Kollegen möglicherweise weiteres Präventionspotenzial. Mit einer Ausweitung der Rauchverbote könnte nicht nur die Gesundheit von Erwachsenen und Kindern weltweit verbessert werden, sondern sogar bereits das Wohlbefinden derer, die noch friedlich im Mutterleib schlummern.

 

Literatur:

Been j V et al. Effect of smoke-free legislation on perinatal and child health: a systematic review and meta-analysis. Lancet 2014, online 28 März; doi: 10.1016/S0140-6736(14)60082-9

springermedizin.de/IS, Ärzte Woche 16/2014

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