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Brustkrebsinzidenz in Österreich steigend

"Brustkrebs wird in Europa bei jeder zwölften Frau im Laufe ihres Lebens diagnostiziert. Die Tendenz ist steigend", erklärte Prof. Dr. Heinz Ludwig, Leiter der Abteilung Onkologie am Wilhelminenspital Wien im Rahmen einer Pressekonferenz. Anlass war die internationale Konferenz "European Congress Perspectives in Breastcancer", die unlängst in Wien stattgefunden hat.

Anstieg um rund 30 Prozent

"In Österreich stieg die Zahl an Neuerkrankungen in den letzten 15 Jahren um rund 30 Prozent." Die Zunahme betreffe vor allem jüngere Patientinnen, was dem internationalen Trend entspreche. Die Mortalität hingegen blieb im Beobachtungszeitraum mit 1.636 Fällen konstant. Die Heilungsrate konnte somit deutlich gesteigert werden.

"Bis vor wenigen Jahren bestand die Standardbehandlung in der Amputation der Brust. Auch heute muss bei rund 30 Prozent der Betroffenen eine derartige radikale Behandlung durchgeführt werden. In den letzten zehn Jahren konnten jedoch bedeutende Fortschritte in der Diagnostik und Behandlung des Mammakarzinoms erzielt werden", so der Onkologe weiter. Dies betreffe alle Bereich, von Chirurgie über eine hormonelle Behandlung bis hin zur Entwicklung neuer Therapieformen.

"Nach wie vor ist die Chemotherapie die Therapie der Wahl bei Patientinnen mit ungünstiger Prognosefaktor-Konstellation beziehungsweise einem biologisch aggressiven Tumorwachstum wie Metastasierung in der Leber, Lunge und Hirn", so Prof. Dr. Christian Dittrich, Vorstand der Abteilung Onkologie im Wiener Kaiser Franz-Josef-Spital und Leiter des Ludwig-Boltzmann-Institutes für Angewandte Krebsforschung.

Das Problematische sei allerdings, dass Chemotherapien eine starke Belastung für die Patientinnen darstellen, betonte Dittrich. Trotz der hohen Ansprechrate liegt die durchschnittliche Überlebensdauer einer Patientin mit metastasiertem Brustkrebs nur zwischen 15 und 33 Monaten.

"Daher ist die forschende Pharmaindustrie auf der Suche nach Substanzen, die neben der Lebensverlängerung auch auf die Lebensqualität der Patientinnen abzielen", so Dittrich.

"Ein wesentliches Behandlungselement ist die psychologische Betreuung, die mit der Diagnose Brustkrebs auf eine Frau zukommt", betonte Prof. Dr. Hellmut Samonigg, Leiter der Abteilung für Onkologie an der Uniklinik Graz. Bei mindestens einem Drittel der Patientinnen sei eine spezielle psychoonkologische Unterstützung angezeigt, so der Grazer Mediziner.

Quelle: PTE zit nach medaustria

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