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© Michael Taylor / shutterstock
Humane Papillomaviren.
 

Humane Papilloma Viren in hochgradigen zervikalen Dysplasien

Österreichische Daten einer europäischen multizentrischen Studie.

Grundlagen: Ziel dieser multizentrischen, in 13 europäischen Ländern durchgeführten Beobachtungsstudie ist die Erfassung der Typenverteilung von Humanen Papilloma Viren (HPV) in hochgradigen zervikalen Läsionen. Es werden die österreichischen Ergebnisse präsentiert.

Methodik: 290 Fälle von hochgradigen zervikalen intraepithelialen Neoplasien (CIN2, CIN3) oder Adenocarcinoma in situ der Zervix wurden analysiert. Es wurden retrospektiv (von 2007–2004) zervikale Biopsiepräparate mit hochgradigen zervikalen Neoplasien sequentiell aus dem Archiv enthoben. Nach neuerlicher histopathologischer Prüfung erfolgte eine Testung auf HPV Desoxyribonucleinsäure mittels Polymerase Kettenreaktion.

Ergebnisse: 209 Frauen bildeten die „histologisch auswertbare“ Kohorte, 206 waren HPV positiv. Das mittlere Alter war 34 Jahre (19–76). CIN3 war die häufigste histologische Diagnose (64,6 %), gefolgt von CIN2/3 (19,4 %) und CIN2 (13,6 %). Ein Adenocarcinoma in situ der Zervix wurde immer nur in Kombination mit einer hochgradigen Dysplasie diagnostiziert (2,4 %).

Schlussfolgerungen: Die meisten Frauen waren mit einem HPV Typ infiziert (75,2 %), 98,1 % von diesen mit einem Hochrisiko-Typ: HPV 16 (56,1 %), HPV 33 (12,3 %), HPV 31 (11,0 %), HPV 18 (3,9 %), HPV 35 (3,9 %), HPV 51 (3,2 %) und HPV 52 (2,6 %), HPV 58 (1,9 %) und HPV 45 in 0,6 %. 46 Biopsate wiesen mehrere HPV Typen auf (22,3 %), 71,1 % davon HPV 16 oder 18 und 91,1 % HPV 16, 18, 31, 33 oder 45.
HPV 16 ist der vorherrschende HPV Typ in hochgradigen zervikalen Neoplasien, der unmittelbaren Vorstufe des invasiven Zervixkarzinoms. Mehr als 60 % der Läsionen war mit HPV 16 und 18 assoziiert, mehr als 85 % mit HPV 16, 18, 31, 33 oder 45. Die Prävalenz des Adenocarcinoma in situ wird unterschätzt, da es mit den gängigen Screening Methoden schwer zu diagnostizieren ist.

Lucia Rössler, Assoc. Prof. Olaf Reich, Assoc. Prof. Reinhard Horvat, Sabrina Collas Souza, Katsyarina Holl, Elmar A. Joura, Wiener klinische Wochenschrift 19/20/2013

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