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Impfstudie zur Prävention von Zervix-Ca gestartet

Um vor Neoplasien und Feigwarzen am Gebärmutterhals künftig besser schützen zu können, ist jetzt die FUTURE-Studie (Female United To Unilaterally Reduce Endo/Ectocervical Disease) mit einem Impfstoff gestartet worden. Die Vakzine enthält virusähnliche Partikel, die die Synthese schützender Antikörper auslösen sollen. Das Zervixkarzinom ist weltweit die dritthäufigste Krebserkrankung. Die Infektion mit Humanen Papillomviren (HPV) führt zu gutartigen Haut- und Genitalwarzen, aber auch zu Veränderungen des Gebärmutterhalses.

Weltweit sollen bis Mitte Dezember 5.000 Probandinnen im Alter von 16 bis 23 Jahren in die Studie aufgenommen werden, wie Prof. Dr. Fritz Jänicke jetzt auf einer Informationsveranstaltung des Universitätsklinikums Eppendorf berichtet hat. Hamburg ist eines von drei deutschen Prüfzentren, die sich an der placebokontrollierten Studie beteiligen. "Fast 70 Prozent der sexuell aktiven Bevölkerung hat mindestens einmal im Leben Kontakt mit genitalen HP-Viren", so Jänicke. In Deutschland erkranken fast 8.000 Frauen pro Jahr an einem Zervixkarzinom, genitale Präkanzerosen treten bei 300.000 Frauen pro Jahr auf. Mehr als 80 Prozent der Präkanzerosen heilen zwar spontan. Bei drei bis sechs Prozent der infizierten Frauen entwickelt sich jedoch innerhalb von 15 Jahren ein Karzinom.

"Eine Prognose ist bisher nicht möglich", bestätigte Dr. Friederike Gieseking, Oberärztin im Studienteam. Von den mehr als 80 bekannten HPV-Subtypen gehören etwa 20 zu den genitalen Papillomaviren.
Die Hochrisiko-Typen HPV 16 und HPV 18 werden zusammen bei etwa 70 Prozent der Frauen mit Zervixkarzinom nachgewiesen. Die Niedrigrisiko-Typen HPV 6 und HPV 11 verursachen die meisten Kondylome, die für die Frauen oft psychisch stark belastend sind, wie Gieseking in Hamburg sagte. Gegen diese vier HPV-Typen hat das Unternehmen MSD einen prophylaktischen Impfstoff entwickelt. Die L1-Hüllproteine der vier Subtypen sollen die Bildung neutralisierender Antikörper stimulieren.

Innerhalb eines Jahres werden die Probandinnen dreimal geimpft und vier Jahre lang regelmäßig auf Neoplasien und Feigwarzen untersucht. "Sollte der Impfstoff wirksam sein, so können wir eventuell in Zukunft junge Frauen und Männer schon vor ihrem ersten Sexualkontakt impfen und das Erkrankungsrisiko drastisch senken", hofft Jänicke. 

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