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Zwei von drei Frauen im Wechsel schlafen schlecht

Mit dem Alter nehmen Schlafstörungen generell zu. Im Wechsel beeinträchtigen zusätzlich Schwitzen, Gewichtszunahme etc. die Nachtruhe.

Dabei handelt es sich um ein Hormon-assoziiertes Phänomen, das bei postmenopausalen Frauen 3,4-mal so häufig auftritt wie bei prämenopausalen Frauen.„Deshalb ist bei postmenopausalen Frauen der Schlafmittelgebrauch 2,4-mal so hoch wie bei prämenopausalen Frauen“, betont OA Dr. Gerda Saletu-Zyhlarz, Universitätsklinik für Psychiatrie, AKH Wien. Ein Faktor, der zur Häufigkeit von Schlafstörungen in der Menopause beiträgt, liegt in der von 69 Prozent der menopausalen Patientinnen beklagten Gewichtszunahme, was wiederum zu einem erhöhten Auftreten von schlafbezogenen Atmungsstörungen führt.
Saletu-Zyhlarz: „In Schlaflaboruntersuchungen konnten wir – übereinstimmend mit anderen Arbeitsgruppen – bei Patientinnen mit einer Insomnie im Rahmen eines menopausalen Syndroms im Vergleich zu altersgematchten normalen Probandinnen in den objektiven Schlafvariablen eine signifikante Verschlechterung des Ein- und Durchschlafprozesses sowie eine Zunahme von leichten Schlafstadien und eine Abnahme des als angenehm erlebten Schlafstadiums S2 als störungs-charakteristische Veränderungen zeigen. Hingegen sahen wir in Tiefschlaf- und REM-Stadien keine signifikanten Unterschiede im Vergleich zu normalen Kontrollen.“ Auch die subjektive Schlafqualität war bei den Patientinnen signifikant verschlechtert, während hinsichtlich der Aufwachqualität nur die noopsychischen Variablen, nicht aber in den thymopsychischen Variablen eine signifikante Verschlechterung zeigten.

Wachzeiten nehmen ab

„Hormonersatztherapie scheint in der Mehrzahl der Studien eine Abnahme von Schlafstörungen mit sich zu bringen“, betont Saletu-Zyhlarz. „In einer eigenen Untersuchung an 51 Patientinnen mit einer Insomnie im Rahmen eines postmenopausalen Syndroms im Alter von 46 bis 67 Jahren, von denen ein Drittel zwei Monate lang zunächst Estrasdiolvalerat (E) alleine, ein Drittel eine Kombination aus Estradiolvalerat und dem Progestagen Dienogest (ED), und ein Drittel Placebo erhielten, sahen wir in der Polysomnographie unter beiden Formen der Substitutionstherapie eine nicht signifikante Verbesserung der Schlafeffizienz sowie eine Abnahme der nächtlichen Wachzeiten.“ Hingegen waren unter Placebo kaum Veränderungen zu beobachten. Interessanterweise besserten sich im Vergleich zu Placebo die respiratorischen Variablen, wie der Apnoe- und der Apnoe-Hypopnoeindex, signifikant. In der Schlafarchitektur fanden sich keine signifikanten Veränderungen. Die subjektive Schlafqualität war im Vergleich zu Placebo unter beiden Hormonpräparaten signifikant verbessert. Die Aufwachqualität, die somatischen Beschwerden und die thymopsychischen Variablen am Morgen zeigten keine signifikanten Veränderungen. „Hingegen konnten wir hinsichtlich der noopsychischen Variablen unter einer Behandlung mit ED eine signifikante Verbesserung der numerischen Gedächtnisleistung und unter EV eine signifikant verbesserte Feinmotorik sehen“, berichtet Saletu-Zyhlarz. Die Reaktionszeit war mit allen drei Präparaten signifikant verbessert. Diese psychometrischen Verbesserungen stehen im Einklang mit der tagsüber gefundenen Verbesserung von Vigilanz und Kognition unter Hormon-Substitutionstherapie.

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