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Östrogen-Therapie: Kein erhöhtes Brustkrebsrisiko

In der aktuellen WHI-Östrogen-Only Study zeigt sich unter der Hormontherapie eine Verringerung osteoporotischer Frakturen sowie der KHK und keine Steigerung des Brustkrebsrisikos.

Am 22. April 2004 trafen sich internationale Experten zu einem via Internet weltweit übertragenen Podiumsgespräch zum Thema „Gesundheit und Menopause der Frau“. In der „Million Women Observational Study“ (MWS) wurden von 1996 bis 2001 Daten über Brustkrebs-Inzidenz und Mortalität aus dem National Health Service Breast Screening Programme gesammelt. Die Daten von 828.923 postmenopausalen Frauen konnten dabei analysiert werden.

Etwa die Hälfte dieser Frauen gab an, derzeit oder früher eine Hormontherapie durchgeführt zu haben. In der mittleren Beobachtungszeit von 2,6 Jahren konnte bei insgesamt 9.364 Frauen ein invasives Mammakarzinom neu entdeckt werden. Die Autoren der MWS-Studie errechneten für Frauen unter einer kombinierten Hormontherapie ein relatives Risiko für Brustkrebs von 2,0, für Frauen unter einer Östrogen-Monotherapie 1,30 und für Frauen, die niemals eine Hormontherapie verwendet haben, von 1,00. Das mittlere Zeitintervall von der Rekrutierung der Patientinnen bis zur Diagnose des Mammakarzinoms betrug 1,2 Jahre. Das bedeutet aber, dass nach gegenwärtigen wissenschaftlichen Erkenntnissen diese Karzinome bereits zum Zeitpunkt der Rekrutierung vorhanden waren, jedoch von der Mammographie zum Studienbeginn nicht erfasst wurden. In der 2004 publizierten WHI (Woman Health´s Initiative)-Estrogen-Only-Study (JAMA 2004; 291(14): 1701-1712) konnte ein erhöhtes Brustkrebsrisiko unter Hormontherapie nicht bestätigt werden.

Deutlich weniger Brustkrebsfälle in der Östrogen-Gruppe

Ganz im Gegenteil fanden sich in der Östrogen-Gruppe deutlich weniger Brustkrebsfälle. Das relative Risiko für ein invasives Mammakarzinom betrug in der Hormongruppe lediglich 0,77. Ebenso konnte unter Östrogeneinfluss eine deutliche Reduktion osteoporotischer Frakturen beobachtet werden, zum Beispiel eine Verminderung von Schenkelhalsfrakturen um 39 Prozent. Auch das relative Risiko für koronare Herzkrankheiten war mit 0,56 für die Hormongruppe deutlich herabgesetzt. Wie bereits in vergleichbaren Studien festgestellt, kann es unter einer Hormontherapie zu einer leichten Erhöhung des Schlaganfallrisikos kommen. Dazu scheint die Tatsache beizutragen, dass unter Östrogen leicht erhöhte Blutdruckwerte auftreten können.

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