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Verhütung in der Pubertät forcieren

Zehn Prozent der Jugendlichen verhüten bei ihrem ersten Geschlechtsverkehr nicht. Ärztliche Aufklärung könnte helfen, diesen Prozentsatz zu senken.

In Österreich haben neun Prozent der Mädchen und elf Prozent der Buben unter 14 Jahren Geschlechtsverkehr. Bei den 17-jährigen Mädchen sind es bereits 71 Prozent. Für die Verordnung von Verhütungsmitteln ist bei unter 14-Jährigen die Zustimmung der Eltern erforderlich. „Aufgrund des Selbstbestimmungsrechtes Minderjähriger und des allgemeinen Persönlichkeitsrechts handelt es sich aber um eine Entscheidung im Einzelfall“, erklärte OA Dr. Monika Schaffer, Leiterin der Ambulanz für Kinder- und Jugendgynäkologie an der Geburtshilflich-Gynäkologischen Univ.-Klinik Graz, am Kongress für Allgemeinmedizin 2004. Tatsächlich verwenden noch immer zehn Prozent der Jugendlichen bei ihrem ersten Geschlechtsverkehr kein Verhütungsmittel. Im Alter von 14 bis 16 Jahren ist die Rezeptierung abhängig von der Einwilligungsfähigkeit. Bei 16- bis 18-Jährigen kann die Einsichtsfähigkeit vorausgesetzt und Verhütungsmittel uneingeschränkt verordnet werden. Vor der Verordnung „der Pille“ sollten die in der Tabelle angeführten anamnestischen Angaben und Befunde erhoben werden. Während der Pillenanwendung sind regelmäßige Blutdruck- und Gewichtskontrollen sowie regelmäßige PAP-Abstriche und Brustuntersuchungen obligat.

Widerlegte Mythen

Wissenschaftlich widerlegt sind mittlerweile einige Mythen zur „Pille“. So wird beispielsweise die Fertilität nach langjähriger Pilleneinnahme nachweislich nicht eingeschränkt. Durch die niedrig dosierten Pillen ist auch das Thema Post-Pill-Amenorrhoe erledigt. Beruhigt sein können auch Mütter, die befürchten, dass ihre Tochter bei Einnahme der Pille die Anzahl der Koituspartner erhöht. „Das stimmt nicht“, betont Schaffer. Derzeit noch nicht ausreichend geklärt ist der Einfluss der Pille auf den Knochenstoffwechsel. „Im Moment erscheint es besser, nicht ganz so niedrig dosierte Pillen zu verschreiben“, so Schaffer. Für Mädchen ohne Kontraindikationen und Risikofaktoren sind orale Kontrazeptiva ein gut geeignetes Verhütungsmittel. Neben der hohen Effizienz, der günstigen Beeinflussung von Blutungsverhalten und Dysmenorrhoe, der Verbesserung von Hirsutismus und Akne und PCO-Syndrom durch orale Kontrazeptiva mit antiandrogener Eigenschaft wirken sie – auch nach Absetzen – deutlich protektiv hinsichtlich Ovarial- und Endometriumkarzinom. Des Weiteren tragen sie zu einer Besserung von Endometriosebeschwerden bei.

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