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Rotklee: Schützende Wirkung auf weibliche Brust?

Die im Rotklee enthaltenen Pflanzenstoffe zeichnen sich durch östrogenartige Wirkung aus und werden erfolgreich in der Behandlung von Wechselbeschwerden eingesetzt.

Während 70-80 Prozent der Europäerinnen mit Wechselbeschwerden zu kämpfen haben, beträgt dieser Anteil beispielsweise in Singapur nur etwa 14 Prozent.
Zudem ist in asiatischen Ländern das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, fünfmal niedriger als in Europa oder den USA.
Die Bedeutung der Pflanzenstoffe im Rotklee (Isoflavone, Phytoöstrogene) ist seit langem durch epidemiologische Untersuchungen bekannt. Der positive Einfluss der in einem speziellen Rotklee-Extrakt (MF11RCE) enthaltenen Isoflavone konnte nun erstmals durch klinische Daten untermauert werden.
Der Gynäkologe und Hormonspezialist Prof. DDr. Johannes C. Huber, Universitätsklinik Wien, und der Biologe Prof. Dr. Alois Jungbauer präsentierten im Rahmen einer Pressekonferenz am 7. Oktober in Wien die Untersuchungsergebnisse einer interdisziplinären, österreichischen Forschungsgemeinschaft.
In der Studie wurden die Auswirkungen isolierter Isoflavone im Vergleich zu einer einzigartigen Isoflavon-Mischung eines speziellen Rotklee-Extrakts (MF11RCE) auf Brustkrebs-Zellen untersucht.
Mittels aufwändiger DNA-Chip-Analyse, der derzeit verlässlichsten Technik zur Datenerhebung an isolierten Zellpräparaten, wurden Veränderungen genetischer Eigenschaften unter Einfluss dieses Rotklee-Extrakts an 20.000 Krebszellen analysiert.

Rotklee - Schutz ohne Risiko

Erste Ergebnisse haben nun bestätigt, dass Rotklee-Isoflavone einen schützenden Effekt auf genetische Regulationsmechanismen von Krebszellen ausüben: Gene, die das unkontrollierte Zellwachstum ankurbeln, werden blockiert, Schutzmechanismen der krebsgeschädigten Zellen dagegen aktiviert.
Wie die Experten betonten, war diese protektive Wirkung auf die einzigartige Mischung der in dieser heimischen Rotklee-Sorte enthaltenen vier Isoflavone (Genistein, Daidzein, Formononetin, Biochanin A) zurückzuführen: im Gegensatz zu Rotklee war durch Isoflavone in isolierter Form (Genistein, Daidzein) der schützende Effekte nicht nachzuweisen.
Dadurch gelang erstmals der wissenschaftliche Beweis, dass Phytoöstrogene des Rotklees keinen nachteiligen Effekt auf das Wachstum von Krebszellen haben und diese dadurch künftig eine verstärkte Rolle in der Behandlung klimakterischer Beschwerden spielen könnten.

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