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Frauen im Klimakterium sind selbstbewusster

Düsseldorf. Viele Frauen im Klimakterium fühlen sich psychisch besser als jüngere Frauen. Aber es ist ihnen bewusst, dass Altern in unserer Gesellschaft mit einem Makel belegt ist.
Das sind Ergebnisse der RIAH (Role Identity And Health in German women)-Studie. Die Substudie mit 1.761 Frauen gehört zur deutschen Kohortenstudie zur Frauengesundheit, so Dr. Beate Schultz-Zehden von der FU Berlin beim Kongress der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie in Düsseldorf. Hierbei haben sich vier verschiedene Frauentypen herausgestellt: Powerfrauen, Normenfrauen, ambivalente Frauen und traditionelle Frauen.

Die Powerfrauen beschreiben sich eher als offensiv, sie haben ihre männliche Seite stark integriert und sehen sich als sehr leistungsbetont, wie Schultz-Zehden bei einem Satellitensymposium des Unternehmens Wyeth berichtete. Die Powerfrau sei aber nicht immer eine Karrierefrau, auch die nicht erwerbstätige Familienmanagerin finde sich hier.

Die Normenfrauen orientieren sich stark an Trends, sie versuchen unterschiedliche Rollenanforderungen miteinander zu vereinbaren, sind kompromiss- und anpassungsbereit. Die ambivalenten Frauen fühlen sich durch verschiedene Rollenanforderungen eher hin- und hergerissen und sind wenig leistungsorientiert. Und dann gibt es die traditionellen Frauen: nachgiebig, aufopferungsbereit, mit defensiver Selbstbeschreibung und geringer Selbstbehauptung.

Unterschiedliche Akzeptanz der Hormonersatztherapie

In psychologischen Erhebungen geben Powerfrauen ein besseres psychisches Wohlbefinden an als die anderen drei Frauentypen. Ein ebenfalls spannendes Ergebnis, so Schultz-Zehden, sei, dass sich bei allen Typen das psychische Befinden mit dem Alter verbessert. Sogar die sonst so unsicheren ambivalenten Frauen fühlen sich mit über 55 Jahren besser als die unter 25-jährigen Powerfrauen. Allerdings stimmen die Frauen in der Postmenopause darin überein, dass Altern in unserer Gesellschaft mit einem Makel belegt ist. Sie erleben sich als von der Gesellschaft abgewertet, obwohl 70 Prozent der Meinung sind, sie seien noch genauso attraktiv wie früher. Die vier Frauentypen unterscheiden sich auch, was die Akzeptanz einer Hormonersatztherapie betrifft. So sind die Powerfrauen am skeptischsten mit einer Akzeptanzrate von nur 30 Prozent. In den drei anderen Gruppen nehmen je etwa 40 Prozent HRT-Präparate ein. Ein Grund: Powerfrauen nehmen Symptome eher mit Gleichmut hin.

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