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Neue Brustvorsorge-Ambulanz in Wien

Jährlich wird österreichweit bei etwa 4.500 Frauen die Diagnose Brustkrebs neu gestellt. Von den Betroffenen stirbt im weiteren Verlauf jede Dritte an der Erkrankung. Durch eine frühzeitige Diagnose könnte der Anteil unheilbarer Verläufe dieser häufigsten Krebserkrankung bei Frauen auf unter zehn Prozent gesenkt werden. Wichtigstes Instrument zur Früherkennung stellt die Selbstuntersuchung dar.

In diesem Zusammenhang wurde von Wiens Gesundheitsstadträtin Prim. Dr. Elisabeth Pittermann, Dr. Helga Häupl-Seitz, Ehrenpräsidentin des flora-Komitees zur Bekämpfung von Brustkrebs, und Prof. Dr. Werner Grünberger, Vorstand der gynäkologischen und geburtshilflichen Abteilung der Krankenanstalt Rudolfstiftung, eine neue Brustvorsorge-Ambulanz vorgestellt. Das Angebot richtet sich speziell an Frauen zwischen 20 und 40 Jahren. Damit soll eine Lücke im Früherkennungsangebot für diese Altersgruppe geschlossen werden, da eine regelmäßige Vorsorge-Mammographie erst Frauen ab dem 40. Lebensjahr empfohlen wird.

Erlernen der Palpation

"An Brustkrebs kann frau in jedem Alter erkranken. Deshalb ist es wichtig, schon in jungen Jahren aufmerksam zu sein", betont Häupl-Seitz. Aufgabe der neuen Ambulanz, die am 1. Februar 2002 in der Krankenanstalt Rudolfstiftung in Betrieb geht, ist die Anleitung zur Selbstuntersuchung. Frauen soll in dieser bislang einzigartigen Einrichtung die Möglichkeit geboten werden, unter fachlicher Beratung die Palpation der eigenen Brust zu erlernen. Weiters ist ein Anamnesegespräch, die Erstellung eines persönlichen Risikoscores sowie die Beantwortung individueller Fragen vorgesehen. Bei Bedarf kann im Rahmen der Brustvorsorge-Ambulanz auch eine Basisultraschalluntersuchung vorgenommen werden. Die Ambulanz dient allerdings nicht zur Abklärung bereits festgestellter Veränderungen oder Erkrankungen der Brust. 

Frühes Erkennen

Großer Wert wird auf einen ausreichenden zeitlichen Rahmen gelegt. "Insgesamt 30 Minuten sind für jede Frau vorgesehen", erklärt Grünberger. Ein besonderes Anliegen ist es Grünberger und seinem Team, die Frauen zur monatlichen Selbstuntersuchung zu motivieren. Nur so können auch kleinere Veränderungen so früh wie möglich getastet werden. Die Heilungschancen stehen in engem Zusammenhang mit der Größe des entdeckten Knotens, wobei gilt: je kleiner der Knoten, umso besser das Ergebnis. Weiters besteht bei kleineren Tumoren öfter die Möglichkeit einer brusterhaltenden Operation.  Grünberger: "Es ist wichtig zu betonen, dass durch das Angebot der neuen Ambulanz zwar die Entstehung von Brustkrebs nicht verhindert, wohl aber der Verlauf dieser Erkrankung entscheidend beeinflusst werden kann. Dies gilt gerade auch für jüngere Frauen, weshalb bereits ab dem 20. Lebensjahr regelmäßige Selbstuntersuchungen empfohlen werden."

Ohne Überweisung

Die Brustvorsorge-Ambulanz kann ohne Überweisung und ohne Ambulanzgebühr in Anspruch genommen werden. Wegen der erwarteten großen Nachfrage ist allerdings eine telefonische Voranmeldung erforderlich.

Dr. Andreas Simon, Ärzte Woche 3/2002

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