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© Yuri Arcurs / shutterstock.com
Der Großteil der Anwenderinnen der „Pille danach“ lebt in einer festenPartnerschaft.
 

Pille danach nur im Notfall

Frauen gehen verantwortungsvoll damit um, aber es gibt Informationsmängel

In Fachkreisen unumstritten, sorgte der rezeptfreie Zugang zur Notfallkontrazeption über Apotheken zunächst für Diskussionen in der Öffentlichkeit. Eine nun präsentierte Studie zeigt jedoch den verantwortungsvollen Umgang damit. Die „Pille danach“ wird nicht als Ersatz für die übliche Verhütung betrachtet.

Die Möglichkeiten, ungewollte Schwangerschaften zu vermeiden, sind vielfältig. Die häufigste Methode ist in den meisten westlichen Industrieländern eine hormonelle Kontrazeption gefolgt vom Kondom. Die Zahl der ungewollten Schwangerschaften ist jedoch nach wie vor hoch. Sorglosigkeit aber auch Fehler oder Missgeschicke in der Verhütung sind die Ursache dafür. Die seit 2009 in Österreich rezeptfrei in Apotheken erhältliche „Pille danach“ kann innerhalb eines Zeitfensters von 72 Stunden nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr eine Schwangerschaft verhindern. Sie hemmt oder verzögert den Eisprung. Um den Informationsstand von Anwenderinnen und die begleitenden Umstände der Anwendung zu erkunden, ließ Sanova Pharma, Hersteller des Marktführers Vikela®, im vergangenen Herbst eine Umfrage durchführen. Fazit: Der Umgang mit der „Pille danach“ erfolgt durchaus verantwortungsvoll, aber der Informationsstand ist verbesserbar.

Die Pille danach ist keine „Abtreibungspille“, auch wenn sie häufig mit ihr verwechselt wird. Das stellt auch das Gesundheitsministerium auf der Informationsplattform www.gesundheit.gv.at fest. Denn die Pille danach verhindert, dass es zum Eisprung kommt, beeinflusst aber nicht eine bereits bestehende Schwangerschaft. Das Thema wurde dennoch kontrovers aufgenommen, als die „Pille danach“ als Notfallskontrazeption 2009 zur rezeptfreien Abgabe in österreichischen Apotheken freigegeben wurde. Die Befürchtung: Eine derartige Möglichkeit würde zur Unachtsamkeit und zum sorglosen Umgang verleiten. Die nun veröffentlichte Untersuchung widerlegt diese Befürchtungen nach drei Jahren Erfahrung.

Erstanwender sind durchschnittlich 22 Jahre alt

Befragt wurden 310 Anwenderinnen der „Pille danach“(Vikela®) im Alter zwischen 14 und 49 Jahren mittels eines Interviews im Internet. Davon hatten Dreiviertel das Medikament nur einmal angewendet, ein Viertel öfter - allerdings nicht öfter als dreimal. Und: Keine Frau verhütet regelmäßig mit der „Pille danach“. Das Durchschnittsalter der Anwenderinnen bei der Ersteinnahme betrug knapp 22 Jahre , immer noch 19 Prozent der Anwenderinnen waren älter als 26 Jahre. Selbst für die Studienleiter und Auftraggeber überraschend ist der hohe Anteil von 64 Prozent der Anwenderinnen, die in einer festen Beziehung leben und mehr als die Hälfte besprechen die Entscheidung für die Anwendung nachdem sie sich mit jemandem beraten haben. Da die „Pille danach“ zwar rezeptfrei, aber in der Apotheke abgegeben wird und der Apotheker als Vertrauensperson mit Kompetenz angesehen wird, erfolgt auch der Kauf in der überwiegenden Zahl der Fälle durch die Anwenderinnen persönlich. Denn die meisten befragten Frauen wünschen sich eine diskrete Beratung zur Anwendung und Wirkung direkt in der Apotheke ihres Vertrauens. Jüngere Frauen wählen daher eher die Tagesrandzeit oder überhaupt den Bereitschaftsdienst, während ältere Frauen eher untertags am Wochentag kommen. Gemeinsam mit dem Apotheker können Betroffene sowohl die geeignete und richtige Anwendung als auch weiterführende Schritte besprechen. Die Abgabe in der Apotheke verhindert auch eine missbräuchliche Verwendung der Pille danach als „reguläres“ Verhütungsmittel.

Das Zeitfenster wird noch überschätzt

Der Informationsstand weist indes einige Defizite auf, zeigte die Untersuchung: Zwar kann die „Pille danach“ bis zu 72 Stunden nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr noch wirksam eingesetzt werden, die Wirksamkeit nimmt aber mit längerem Abstand zum Ereignis ab. Der beste Einnahmezeitpunkt liegt bis zu zwölf Stunden nach dem Geschlechtsverkehr, aber 44 Prozent der Befragten hatten das Medikament 13 bis 71 Stunden danach eingenommen, 31 Prozent glauben, dass die Notfallverhütung rezeptpflichtig ist. „Wir müssen uns zum Beispiel“, so Mag. Wolfgang Wacek von Sanova Pharma, „noch intensiver darum kümmern, Frauen möglichst unbürokratisch zu erreichen.“ Der niederschwellige Zugang soll noch besser kommuniziert und die Zusammenarbeit mit den Apothekern gestärkt werden. Für Anwenderinnen hat Sanova Pharma von Beginn an auf eine offene Kommunikation gesetzt. Umfangreiche Informationen bietet die Internetseite www.vikela.info.

 

Quelle: Pressekonferenz Sanova Pharma „Standortbestimmung zum Thema Notfallverhütung“, Wien, 30. Jänner 2013

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