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© Gladskikh Tatiana / shutterstock
 

Hartnäckige Stillschmerzen

Dahinter kann ein Raynaud-Syndrom stecken.

Schmerzende Brustwarzen gehören zu den häufigsten Gründen, wenn Frauen vorzeitig abstillen. Über Probleme beim Anlegen oder verstopfte Milchgänge hinaus können die Beschwerden unter anderem durch Allergien, Ekzeme, Infektionen, aber auch durch ein Raynaud-Syndrom ausgelöst werden.

Dieses Phänomen, das üblicherweise an Händen und Füßen von Frauen im gebärfähigen Alter auftritt, gilt als überschießende Antwort auf erhöhte Östrogenspiegel und Stress. In einer US-Studie war ein Viertel der Frauen mit Stillschmerz davon betroffen. Die Diagnose erfolgte, wenn die Schmerzen seit mindestens vier Wochen bestanden und mindestens zwei der folgenden drei Kriterien erfüllt wurden:

• Farbänderung der Brustwarze nach weiß, blau oder rot, insbesondere bei Kälte

• Kälteempfindlichkeit oder Farbänderung an Händen und Füßen

• Nichtansprechen auf orale Antimykotika

Bei 22 von 88 jungen Müttern mit Schmerzen beim Stillen und Dermatitis wurde anhand dieser Kriterien ein Raynaud-Syndrom festgestellt. Typisch war, dass die jungen Mütter vor, während und nach dem Stillen unter Schmerzen litten. Bei 91 Prozent der Frauen schuppte sich die Haut an einer oder beiden Brustwarzen. 94 Prozent berichteten über Farbveränderung oder Kälteempfindlichkeit von Händen und Füßen in der Vergangenheit.

Erfolg durch vielfältige Therapiemaßnahmen

Hautprobleme und sekundäre Infektionen wurden mit topischen Kortikosteroiden bzw. oralen Antibiotika therapiert. Alle bis auf zwei Frauen erhielten eine orale Standardtherapie mit Fluconazol.

Um das Raynaud-Syndrom zu behandeln, wurde allen Frauen empfohlen, warme Kleidung zu tragen, vor dem Stillen heiß zu duschen und auf Kaffee und vasokonstriktive Medikamente zu verzichten. Außerdem nahmen 15 der 22 Mütter den gefäßerweiternden Kalziumkanalblocker Nifedipin ein. Von den zwölf Frauen, die die Therapie meist über einige Monate fortsetzten, gaben zehn eine Verbesserung bzw. das Verschwinden des Schmerzes zu Protokoll. Insgesamt reduzierten sich die Beschwerden bei allen Patientinnen durch die multimodale Therapie so weit, dass es ihnen möglich war, ihre Kinder weiterhin zu stillen.

Fazit der Autoren

Zwar ist das Raynaud-Syndrom oft nicht der einzige Grund für den Stillschmerz, es kann aber dennoch erheblich zu den Beschwerden beitragen. Um ein vorzeitiges Abstillen zu vermeiden, sollte der Mb. Raynaud in die diagnostischen Überlegungen einbezogen werden, wenn es entsprechende Hinweise gibt oder Antibiotika bzw. Antimykotika keine Wirkung zeigen.

Quelle: Barret ME et al.: Arch Dermatol 2012

springermedizin.de, Ärzte Woche 7/2013

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