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Riskantes Mutterglück

IVF-Schwangere sind besonders thrombosegefährdet.

Im Vergleich zu Frauen, die spontan schwanger werden, müssen IVF-Schwangere mit einem deutlich höheren Thromboembolierisiko leben. Im ersten Trimester liegt das Thromboserisiko um das Fünffache höher, das Embolierisiko um das Siebenfache, so das Ergebnis einer schwedischen Querschnittstudie.

Die Autoren werteten die Daten von 23.498 Frauen aus, die nach einer IVF-Behandlung ein Kind zur Welt gebracht hatten, und verglichen mit 116.960 Müttern ohne IVF. Neben dem Alter berücksichtigten die Wissenschaftler auch Faktoren wie Body-Mass-Index, Parität, Zigarettenkonsum, Familienstand und Bildung, die Einfluss auf Schwangerschaft und Gefäßerkrankungen haben. Auch das Geburtsjahr des Kindes floss in die Auswertung mit ein, zeichnet sich doch in den letzten Jahren bei der IVF-Behandlung ein deutlicher Trend ab hin zu milderen Stimulationsprotokollen mit niedrigeren Gonadotropindosen und weniger Mehrlingsschwangerschaften.

Eine vorausgegangene IVF-Behandlung stellte sich klar als unabhängiger Risikofaktor heraus: Während sich in der Kontrollgruppe bei 2,5 pro 1.000 Frauen eine Thromboembolie ereignete, betraf es in der IVF-Gruppe 4,2 pro 1.000 Frauen. Das Thromboembolierisiko war bei den IVF-Frauen während der gesamten Schwangerschaft höher, variierte aber je nach Trimester.

Unterschiede nicht nur im Gesamtrisiko

Während sich in der Kontrollgruppe der bekannte Zusammenhang von Body-Mass-Index und Thromboserisiko bestätigte, hatten IVF-Schwangere mit einem höheren Körpergewicht keineswegs ein höheres Thromboserisiko als die leichteren IVF-Patientinnen. Warum das so ist, können die Studienautoren nur vermuten. Als einen Grund führen sie an, dass mehr dünne als dicke Frauen während der Hormonbehandlung ein Hyperstimulationssyndrom entwickeln. Unterschiede gab es auch hinsichtlich des Zeitpunktes der Thrombosemanifestation. In der Kontrollgruppe traten Thromboembolien vorwiegend in der Postpartum-Periode auf, in der IVF-Gruppe überwiegend im ersten Trimester.

Bessere Risikostratifizierung

Aufgrund des höheren Thromboserisikos nach IVF-Behandlung, speziell im ersten Trimester, appellieren die Autoren an alle Gynäkologen, bei diesen Schwangeren ein besonderes Augenmerk auf thromboembolische Komplikationen zu legen und jedem Verdacht umgehend nachzugehen. Es bedürfe zudem größerer Anstrengungen, um bereits vor der reproduktionsmedizinischen Behandlung diejenigen Frauen zu identifizieren, die thrombosegefährdet sind, sodass diese während der IVF-Therapie und in der nachfolgenden Schwangerschaft prophylaktisch antikoagulatorisch behandelt werden können.

Quelle: Henriksson P et al.: BMJ 2013

springermedizin.de, Ärzte Woche 7/2013

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