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Eine Studie belegt, dass die „Pille danach“ nicht als Ersatz für die übliche Verhütung betrachtet wird.
 

Notfallkontrazeption auf dem Prüfstand

Frauen gehen verantwortungsvoll damit um, aber es gibt Informationsmängel.

In Fachkreisen unumstritten, sorgte der rezeptfreie Zugang zur Notfallkontrazeption über Apotheken zunächst für Diskussionen in der Öffentlichkeit. Eine nun präsentierte Studie zeigt jedoch den verantwortungsvollen Umgang damit. „Die Pille danach“ wird nicht als Ersatz für die übliche Verhütung betrachtet.

Die Möglichkeiten, ungewollte Schwangerschaften zu vermeiden, sind vielfältig. Die häufigste Methode ist in den meisten westlichen Industrieländern eine hormonelle Kontrazeption gefolgt vom Kondom. Die Zahl der ungewollten Schwangerschaften ist jedoch nach wie vor hoch. Sorglosigkeit, Fehler oder Missgeschicke in der Verhütung sind die Ursache. Die seit 2009 in Österreich rezeptfrei in Apotheken erhältliche „Pille danach“ kann innerhalb eines Zeitfensters von 72 Stunden nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr eine Schwangerschaft verhindern. Sie hemmt oder verzögert den Eisprung. Um den Informationsstand von Anwenderinnen und die begleitenden Umstände der Anwendung zu erkunden, ließ Sanova Pharma im vergangenen Herbst eine Umfrage durchführen.

Die Pille danach ist keine „Abtreibungspille“, auch wenn sie häufig mit dieser verwechselt wird. Denn die Pille danach verhindert, dass es zum Eisprung kommt, beeinflusst aber nicht eine bereits bestehende Schwangerschaft. Das Thema wurde dennoch kontrovers aufgenommen, als die „Pille danach“ als Notfallskontrazeption 2009 zur rezeptfreien Abgabe in österreichischen Apotheken freigegeben wurde. Die Befürchtung: Eine derartige Möglichkeit würde zur Unachtsamkeit und zum sorglosen Umgang verleiten, was die nun veröffentlichte Untersuchung nach drei Jahren Erfahrung widerlegt.

Erstanwender sind durchschnittlich 22 Jahre alt

Befragt wurden 310 Anwenderinnen der „Pille danach“ im Alter zwischen 14 und 49 Jahren mittels eines Interviews im Internet. Davon hatten Dreiviertel das Medikament einmal angewendet, ein Viertel öfter – allerdings nicht öfter als dreimal. Und: Keine Frau verhütet regelmäßig mit der „Pille danach“. Das Durchschnittsalter der Anwenderinnen bei Ersteinnahme betrug knapp 22 Jahre, immerhin 19 Prozent der Anwenderinnen waren älter als 26 Jahre. Selbst für die Studienleiter und Auftraggeber überraschend ist der hohe Anteil von 64 Prozent der Anwenderinnen, die in einer festen Beziehung leben. Mehr als die Hälfte traf die Entscheidung für die Anwendung, nachdem sie sich mit jemandem beraten haben. Da die „Pille danach“ zwar rezeptfrei, aber in der Apotheke abgegeben wird und der Apotheker als Vertrauensperson angesehen wird, erfolgt der Kauf überwiegenden durch die Anwenderinnen persönlich.

Das Zeitfenster wird noch überschätzt

Der Informationsstand weist indes einige Defizite auf, zeigte die Untersuchung: Zwar kann die „Pille danach“ bis zu 72 Stunden nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr noch wirksam eingesetzt werden, die Wirksamkeit nimmt aber mit längerem Abstand zum Ereignis ab. Der beste Einnahmezeitpunkt liegt bis zu zwölf Stunden nach dem Geschlechtsverkehr, aber 44 Prozent hatten das Medikament 13 bis 71 Stunden danach eingenommen, 42 Prozent waren der Meinung, die „Pille danach“ wirke auch nach dem Eisprung. Und 31 Prozent glauben, dass die Notfallverhütung rezeptpflichtig ist.

Mag. Wolfgang Wacek, Geschäftsführer von Sanova Pharma betonte daher bei der Präsentation der Ergebnisse, dass der niederschwellige Zugang noch besser kommuniziert werden soll. Für Anwenderinnen hat Sanova Pharma von Beginn an auf eine offene Kommunikation gesetzt. Umfangreiche Informationen bietet die Internetseite www.vikela.info.

Quelle: Pressekonferenz „Standortbestimmung zum Thema Notfallverhütung“, Wien 30. Jänner 2013

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