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Die Möglichkeit der anonymen Geburt hat vielen Babys das Leben gerettet.
 

Babys gerettet

Anonyme Geburt hat Neonatizide in Österreich reduziert.

Seit 2002 hat sich die Zahl jener Neugeborenen, die einen gewaltsamen Tod erlitten haben, in Österreich mehr als halbiert. Zurückzuführen ist diese erfreuliche Entwicklung auf die Einführung der anonymen Geburt im Jahr 2001.

Eine retrospektive Studie der MedUni Wien zeigt, dass die Neugeborenentötungen in Österreich in den letzten zehn Jahren deutlich zurückgegangen sind: von rund 7/100.000 Neugeborene auf etwa 3/100.000 Babys ( Klier et al.: BJOG 2012 ).

Ohne anonyme Geburt keine Reduktion von Neonatiziden

Diese Zahlen wurden mit Daten aus Schweden und Finnland verglichen. Beide Länder verfügen wie Österreich über statistische Aufzeichnungen dazu, allerdings über kein der anonymen Geburt vergleichbares Gesetz. Eindeutiges Ergebnis: Im Gegensatz zu Österreich gab es weder in Schweden noch in Finnland einen Rückgang der von tödlicher Gewalt betroffenen Neugeborenen.

Ausweg für ungewollt schwangere Frauen

Neugeborenentötungen sind meistens die Folge einer ungewollten Schwangerschaft und dem damit verbundenen Verdrängen dieser Schwangerschaft. Laut Prof. Dr. Claudia Klier von der Wiener Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde, Erstautorin der Studie, verschärft ein Umstand diese generelle Problematik: „Gerade diese werdenden Mütter versuchen, das Gesundheitssystem zu umgehen. Die anonyme Geburt ist ein sehr effektives Mittel, um diesen Frauen in ihrer schwierigen Situation zu helfen und sie vor, während und nach der Geburt medizinisch und psychosozial zu betreuen.“

Babyklappe als wichtiges Zusatzangebot

Die Autoren untersuchten darüber hinaus auch andere Präventivmaßnahmen wie die sogenannte Babyklappe oder Babynest. Diese gibt es seit Jahren nicht nur in Österreich, sondern auch in vielen anderen Ländern der Welt, etwa in Deutschland und Japan. Ihr positiver Effekt ist allerdings deutlich geringer als der der anonymen Geburt: Man schätzt, dass in Österreich pro Jahr nur zwei bis drei Babys bei Babyklappen abgegeben werden, während 30 bis 40 Frauen von der anonymen Geburt Gebrauch machen.

 

Die anonyme Geburt ist im AKH Wien wie in allen anderen städtischen Spitälern mit Abteilungen für Geburtshilfe möglich.

MedUni Wien/CL, Ärzte Woche 1/2/2013

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