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Papillomviren lassen sich bei Vermehrung helfen

Berlin. Berliner und Düsseldorfer Forscher haben aufgeklärt, wie Papillomviren Gebärmutterhalskrebs auslösen. Die Befunde könnten zur Entwicklung neuer Testmethoden für die Früherkennung des Zervixkarzinoms führen und neue Therapie-Ansätze ermöglichen. Weltweit erkranken jährlich etwa eine halbe Million Frauen an Gebärmutterhalskrebs. 
Das Zervixkarzinom entstehe durch die Interaktion der Humanen Papillomviren HPV 16 und 18 mit einem körpereigenen Eiweiß, dem Nucleolin, so Dr. Edgar Grinstein vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) in Berlin-Buch und Dr. Hans-Dieter Royer von der Universität Düsseldorf.
Nucleolin hat eine wichtige Funktion bei der Zellteilung. Kontrollelemente des Virus binden an dieses Protein. Dadurch würden zwei Onkogene - E6 und E7 - aktiviert, welche dafür sorgen, dass sich die Körperzelle unaufhörlich teilt und die neuen Zellen zu Krebszellen werden, berichten die Wissenschaftler in der Zeitschrift "Journal of Experimental Medicine" (8, 2002, 1).
Nucleolin habe eine Schlüsselfunktion bei dem mehrstufigen Entstehungsprozess des Zervixkarzinoms, so Grinstein und Royer. Die Wissenschaftler konnten nachweisen, dass Nucleolin in gesunden Epithelzellen der Gebärmutter gleichmäßig verteilt ist. Bei Krebsvorstufen und im Krebsgewebe dagegen sei die Verteilung von Nucleolin in den Zellkernen stark verändert. Diese Beobachtung könnte für künftige Diagnosemethoden bedeutsam sein. Die Berlin-Bucher Wissenschaftler sind überzeugt davon, dass die Aufklärung der Ursache einer Fehlverteilung von Nucleolin ein Schlüssel zu neuen Behandlungsoptionen ist.

Papillomviren-Typen

Vor allem die Papillomviren Typ 16 und Typ18 gelten sicher als Hauptursache des Zervix-Karzinoms. Typ 31 und Typ 33 sind wahrscheinlich karzinogen. Zur Entwicklung von Tumoren des Gebärmutterhalses sind allerdings über die Virusinfektion hinaus Kofaktoren erforderlich. Gegen das Papillomvirus Typ 16 ist vor kurzem in einer Pilotstudie erstmals ein Impfstoff erfolgreich getestet worden: Er schützte vor einer Infektion und vor einer Präkanzerose. 

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