zur Navigation zum Inhalt
 

Frauen in Brustkrebsstudien leben länger

Frankfurt am Main. Therapiestudien haben in den vergangenen Jahren die Lebenschancen bei Brustkrebspatientinnen deutlich verbessert. Lebten 1974 nur noch etwa zehn Prozent der erkrankten Frauen nach fünf Jahren, so waren es im Jahr 2000 bereits 40 Prozent. Und die 10-Jahres-Daten einer österreichischen Analyse bestätigen: Frauen in Studien leben generell signifikant länger.
Dieses Fazit haben Wissenschaftler bei einer Veranstaltung an der Frauenklinik der Universität Frankfurt am Main gezogen - verbunden mit dem Aufruf, Frauen mit Brustkrebs zur Teilnahme an Studien zu ermutigen. Denn in Deutschland würden bisher nur etwa fünf Prozent der Frauen mit Brustkrebs an Studien teilnehmen.

In Deutschland ist die GABG (German adjuvant Breast Cancer Group) die größte Forschungsgruppe im Bereich der Brustkrebstherapie. Knapp 10.000 Patientinnen mit Mammakarzinom wurden bisher in klinischen Studien der GABG behandelt. Wichtige aktuelle Studien seien zum Beispiel die GEPARDO-(German Preoperative Adriamycin Docetaxel)- Studie und die Nachfolgestudie GEPARDUO, so Privatdozent Dr. Gunter von Minckwitz von der Uniklinik Frankfurt und Vorsitzender der Studienleitkommission GABG. Darin sei die Integration verschiedener Taxan-Anthrazyklin-haltiger Regimes als präoperative Therapie beim frühen Mammakarzinom untersucht worden. In der GEPARDUO-Studie etwa konnten 75 Prozent der Frauen mit einem Tumor von durchschnittlich vier Zentimetern brusterhaltend operiert werden, wenn sie vor der Operation eine Anthracyclin/Docetaxel-haltige Therapie erhielten. Durch die sequentielle Anwendung von Doxorubicin/Cyclophosphamid gefolgt von Docetaxel ließ sich zudem die Rate der pathologisch kompletten Remissionen verdoppeln. Ob sich dadurch auch die Prognose verbessert, könne man allerdings erst in etwa zwei bis drei Jahren beurteilen, so Minckwitz.

Eine generelle präoperative Chemotherapie sei jedoch nicht sinnvoll, sagte Privatdozentin Dr. Nadia Harbeck vom Klinikum rechts der Isar in München. Denn nach wie vor sei eine Chemotherapie auch belastend. Intensiv werde daher derzeit daran geforscht, diejenigen Patientinnen mit einem besonders hohen Rezidivrisiko zu identifizieren, die von einer solchen Behandlung profitieren. Denn es gebe umgekehrt genügend Frauen, die allein mit Operation und Bestrahlung geheilt werden können. 

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben